Bremen - Im Prozess gegen den ehemaligen Geschäftsführer von „Harms am Wall“, Hans Eulenbruch (64), und den Mitangeklagten Thomas M. (53) hat am Dienstag der Vermieter (43) der Immobilie ausgesagt. Diese wurde im Mai 2015 durch ein Großfeuer zerstört. Der Zeuge behauptet, er habe Eulenbruch „nie loswerden wollen“.
Eulenbruch, ehemals Geschäftsführer des traditionsreichen Modehauses in exponierter Lage soll zusammen, davon ist die Staatsanwaltschaft überzeugt, mit Thomas M. im Mai 2015 einen Raubüberfall vorgetäuscht und das Gebäude angezündet haben. Als Motiv wird vermutet, dass das Duo Geld für vernichtetes Inventar von der Versicherung kassieren wollte.
Mitte 2013 lag Eulenbruch die Kündigung des Mietvertrages vor, er zog vor das Oberlandesgericht (OLG), das ihm kurz vor dem Brand 2015 Recht gab.
Der Vermieter, der zur Tatzeit in Hamburg gewesen sein will und einen Tag später nach Südafrika geflogen sei, sagte am Dienstag vor Gericht, er habe sich bewusst nicht vor Ort blicken lassen. „Ich hätte doch sowieso gestört“, so die Begründung.
Mängel am Gebäude relativiert der 43-Jährige. Von nassen Wänden oder Löchern im Dach könne nicht die Rede sein. „Das ist vollkommen falsch.“
Als er 2008 das Gebäude erwarb, lag der Kaufpreis laut Gerichtsakten bei 2,1 Millionen Euro, versichert sei das Haus hingegen mit 7,5 Millionen Euro. Für Eulenbruchs Verteidiger Erich Joester ist das ein Hinweis, dass der Zeuge sehr wohl ein Motiv gehabt haben könnte. Zumal noch Renovierungskosten unter anderem für neue Brandschutzvorrichtungen in Höhe von fast einer Million Euro auf den Vermieter zugekommen wären, so Joester. „Ist doch klar, dass er Herrn Eulenbruch loswerden wollte“, sagt der Verteidiger.
