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NWZonline.de Region Bremen

Heyco-App Aus Bremen: Lehrerinnen entwickeln Corona-App

07.04.2020

Bremen In Zeiten von Corona und Kontaktbeschränkungen werden bereits die einfachsten Erledigungen zur Mammutaufgabe. Ältere Menschen, Personen in häuslicher Quarantäne oder die, die zur Risikogruppe gehören, dürfen oder wollen nicht aus dem Haus. Das Resultat: Der Kühlschrank bleibt leer, die Sorgen wachsen. Die Bremerinnen Nesil Yasar (29) und Verena Pfannenschmidt (32) wollen das ändern und sind dabei, die „heyco“-App auf den digitalen Markt zu bringen. Ein paar Klicks, so die Idee, genügen – und schon kommt Hilfe aus der Nachbarschaft.

Es war diese eine Erfahrung, die den beiden Frauen die Augen öffnete. Nesils Großmutter benötigte Hilfe, es waren kaum noch Lebensmittel im Haus. Doch wen sollte die betagte Frau nur fragen? Wer sollte ihr in dieser Situation helfen, zumal sie in dem Ort, in dem sie lebt, kaum jemanden kennt? Also fuhren Nesil und ihre Freundin Verena Pfannenschmidt mehrere hundert Kilometer, brachten der Großmutter Essen und Trinken. „Sie hat sonst niemanden.

Es gab keine Alternative“, erinnern sich die beiden. Sechs Stunden dauerte die Fahrt – zu lang, sollte es wirklich mal dringend sein. So entstand die Idee für „heyco“, die Unterstützer-App in Corona-Zeiten.

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So funktioniert es

Konkret sieht die Idee dahinter so aus: Man öffnet die App, erstellt eine Einkaufsliste oder lädt ein Foto mit benötigten Dingen hoch und schickt die Anfrage ab. Menschen, die sich als Helfer in der App registriert haben, bekommen nun per Popup-Benachrichtigung die Anfrage und besorgen die angefragten Sachen im nächstgelegenen Supermarkt oder anderen Geschäften. Das Programm soll durch die genutzte Standorterkennung so konzipiert sein, dass nur Helfer aus dem unmittelbaren Umkreis informiert werden. Als Nebeneffekt würden so nicht nur Hilfebedürftige unterstützt, sondern auch regionale Geschäfte hätten einen Vorteil, da bei ihnen eingekauft werde.

Zusammen mit einem befreundeten Entwickler riefen sie „heyco“ ins Leben. Doch bis die App als hilfreiche Erleichterung im Alltag nutzbar sein wird, benötigen die beiden Lehrerinnen Geld. 15 000 Euro, so die Rechnung, würden reichen, um das Programm zumindest in deutscher Sprache zu entwickeln. 25 000 Euro bis zum Stichtag 21. April wären ideal, rechnet das Duo vor. „Dann könnten wir auch zwei Sprachen anbieten“, sagt Verena Pfannenschmidt.

Mittels einer Crowdfunding-Kampagne sammeln die beiden nun das nötige Geld – und hoffen auf Unterstützung der Bevölkerung. Da von vornherein klar gewesen sei, dass die App-Nutzung ohne nervige Werbung und Anmeldekosten verbunden sein soll, verzichteten die Bremerinnen bewusst auf eine kommerzielle Nutzung.

„Das widerstrebt unserer Intention komplett“, betont Verena Pfannenschmidt. „Der soziale Aspekt steht für uns im Vordergrund.“ Aus ihren bisherigen Erfahrungen hätten sie gelernt, dass viele Menschen Bedenken hätten, dass ihre Bitten abgelehnt werden. Die Hemmschwelle zu fragen, sei trotz großer Not meist sehr hoch. „Die Angst vor einem ,Nein‘ gibt es bei der App nicht“, untermauert Nesil das Konzept.

Nachbarschaftshilfe

Und was passiert, wenn Corona einmal Geschichte ist? Je nachdem, wie viel Geld die beiden zusammenbekommen, gebe es die Möglichkeit, das Programm einfach zu einer App für Nachbarschaftshilfe umzufunktionieren. „Auch in Zukunft werden Menschen Hilfe benötigen. Ob mit oder ohne Corona.“

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