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NWZonline.de Region Bremen

“Ich hatte so ein Gefühl“

14.02.2017

Bremen Der Prozess um den Großbrand bei „Harms am Wall“ im Mai 2015 könnte vor dem Landgericht Bremen in die nächste Runde gehen. Staatsanwalt Jan Möhle hat am Montag ein erneutes Wirtschaftsgutachten zur Überprüfung der Geschäftszahlen beantragt. Für den unter anderem wegen schwerer Brandstiftung und Versicherungsbetrugs angeklagten ehemaligen Geschäftsführer des Traditionshauses, Hans Eulenbruch (64), ist die neuerliche Forderung ein Ärgernis.

„Wie lange soll das Ganze dauern? Ein Jahr? Zwei Jahre?“, ärgerte sich Hans Eulenbruch am Montag. Ein vom Gericht beauftragter Sachverständiger hatte im Oktober vergangenen Jahres vor dem Landgericht ausgesagt, dass das Unternehmen nach Abzug aller Kosten und Steuern zwischen 2011 und 2014 jährlich 84 000 Euro Reingewinn erwirtschaftet hatte.

Doch Möhle hält das Gutachten für nicht ausreichend, immerhin habe Eulenbruch in den Jahren 2011 und 2013 etwa 1,83 Millionen Euro von seiner Versicherung erhalten – eine Summe „von signifikanter Bedeutung“. Für Eulenbruchs Anwalt Erich Joester ist der erneute Beweisantrag zwar „ein legitimer Versuch, noch einen Dreh ins Verfahren reinzukriegen“. Eulenbruch fragt: „Was soll das bringen?“ Das Geschäft habe positive Zahlen geschrieben, das Umsatzplus für 2015 habe bei 21,6 Prozent gelegen. „Man kann Bilanzen nicht einfach fälschen. Das macht keinen Sinn“, entgegnete er.

Was Eulenbruch – der zusammen mit dem Mitangeklagten Thomas M. (53) beschuldigt wird, erst einen Raubüberfall vorgetäuscht und dann das Gebäude in Brand gesetzt zu haben, um Geld für vernichtetes Inventar zu kassieren – an Unterlagen hätte einreichen können, habe er getan. „Der Rest wurde von Ihnen beschlagnahmt“, sagte der 64-Jährige in Richtung Staatsanwalt Möhle. „Schauen Sie sich an, was ich verloren habe. Ich bin fix und fertig.“

Am Montag sagte ein Polizeibeamter (40) aus, der kurz nach dem Feuer zusammen mit Eulenbruch Videos der Überwachungsanlage angeschaut hatte. Der Ermittler gab an, er habe bei der Vernehmung „so ein Gefühl gehabt“, Eulenbruch habe „sofort gewusst“, was auf den Aufnahmen als nächstes zu sehen sein würde. Für Joester im „Nachhinein eine erfundene, wunderschöne Geschichte“, doch habe sie überhaupt keinen Beweiswert. Denn: Die Kameras hätte Eulenbruch ja selbst angebracht, also habe er auch genau wissen müssen, auf was er achten musste, welche Perspektiven die Kamera erfasse.

Die entscheidende Aufnahme zeigt eine maskierte Person, die sich über den Seiteneingang Zutritt zum Haus verschafft. Es sei klar, dass dies der Einbrecher sein müsse, sagte Joester. Eulenbruch kritisierte erneut die polizeiliche Ermittlungsarbeit als einseitig. An diesem Freitag soll ein Ganggutachten des Bundeskriminalamts laut Möhle klären, ob der Mitangeklagte Thomas M. der maskierte Täter ist.

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