Bremen - „Hier entstehen gerade die Plains“, sagt Professorin Wiebke Ahrndt, die Direktorin des Übersee-Museums. Sie steht mitten in der neuen Amerika-Dauerausstellung, die ihr Haus in jahrelanger Arbeit vorbereitet hat und nun aufbaut. Ab 5. November wird sie zu sehen sein. Mit einer Fläche von 1200 Quadratmetern ist Amerika im Übersee-Museum dann so groß wie Afrika. „Wir präsentieren Amerika als Einwanderungskontinent“, sagt Ahrndt.
Ein markantes Datum ist da die „Entdeckung“ Amerikas im Jahr 1492. „Die europäisch geprägte Einwanderung veränderte indigene Kulturen.“ Die Sklaverei, die Zwangseinwanderung der Schwarzen ist ein Thema. Ein anderes sind die Spanier, die im Süden des Kontinents Wohlstand suchten. Und dann waren da schließlich die Siedler.
Ausprägungen der christlichen Religion zeigt das Bremer Museum am Beispiel der kleinen Stadt Bremen in Indiana: 44 000 Einwohner, 16 Gemeinden. „Da sieht man den protestantischen Flickenteppich.“
Für den Bereich „weißes Amerika“ mussten Exponate zugekauft werden – zum Beispiel ein charakteristischer US-Schulbus, von dem die Rückpartie gezeigt wird. Der Bustyp erzählt auch eine amerikanische Geschichte: Werden die Schulbusse in den USA ausrangiert, sind sie anschließend oft als Überlandbusse in Lateinamerika unterwegs. Mit Amerika ist die Neukonzeptionierung der Kontinent-Dauerausstellungen des Übersee-Museums abgeschlossen. 2018 folgt dann etwas ganz Neues – eine Dauerausstellung zur Geschichte des Hauses, in der es um die Sammlungen des Hauses gehen soll.
