Bremen - „Der Einpendler ist auf dem Weg, zum typischen Bremer Arbeitnehmer zu werden.“ Das sagte Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Bremer Arbeitnehmerkammer, am Freitag bei der Präsentation einer neuen Pendler-Studie.

Laut Studie pendeln Tag für Tag etwa 128 000 Menschen zum Arbeiten ins Land Bremen. Auf vier von zehn Bremer Arbeitsplätzen – 42 Prozent – sitzen mittlerweile Nichtbremer. Insgesamt habe sich die Zahl der Einpendler, die unter anderem aus Niedersachsen kommen, seit dem Jahr 2000 um gut 17 000 erhöht, hieß es bei der Kammer weiter.

Die Pendler seien „in der Regel männlich, gut qualifiziert, gutverdienend und haben Familie“, so Schierenbeck weiter. Pendler arbeiten vielfach in großen Betrieben, wechseln selten den Arbeitsplatz und den Wohnort. Schierenbeck: „Das bedeutet, dass diejenigen, die aus der Stadt rausgegangen sind, auch schwer wieder zurückzugewinnen sind.“ Zumindest, solange sie noch beschäftigt seien.

Die zunehmende Abwanderung ins Umland bedeute, dass Bremen und Bremerhaven ein erheblicher Anteil jener Steuern entgehe, die im Land erwirtschaftet werden – trotz der Einwohnerwertung im Länderfinanzausgleich. Seit 1970 gilt bei der Einkommensteuer das Wohnortprinzip.

Bremen müsse zusehen, die Abwanderung ins Umland zu reduzieren, fordert die Arbeitnehmerkammer nun. Es gelte, Familien im Land zu halten. Schierenbeck: „Eine Stadt braucht beides: sozialen Wohnungsbau, um für Menschen mit wenig Geld entsprechende Mietwohnungsangebote vorzuhalten, und bezahlbaren Baugrund für den Hausbau junger Familien.“ Besonders viele Bremer Einpendler kommen aus den Nachbargemeinden. Nach den von der Kammer vorgelegten Zahlen pendeln beispielsweise 6434 Menschen aus Stuhr nach Bremen ein. 6013 kommen aus Weyhe, 4872 aus Achim.