Bremen - Über dem Tresen unseres Gasthauses befinden sich die 500-Liter-Ausschanktanks, und vom Biergarten aus kann man in die Brauerei schauen“, erzählt Lüder Kastens. Gemeinsam mit Markus Zeller hat er die Freie Union Brauerei nach 50 Jahren zu neuem Leben erweckt. Am Wochenende wurden die neuen Craft-Sorten verkostet.

Das Pferdegespann mit „Tango“, „Tarius“, Kutscher Fred Hedeler und Beifahrer Harry Hedeler rollte frisch herausgeputzt und voll beladen mit Bierfässern vom Hof der wiedergegründeten Union Brauerei in Walle. Die Route führte zur Langenstraße und zur Kunsthalle. Das freute viele Menschen, die während ihres Weihnachtsbummels an eine langgepflegte Bremer Tradition erinnert wurden. Denn bis vor gut einem Jahrzehnt gehörten noch die schwarzen Haake-Beck-Gespanne zum Stadtbild, dann zog die Brauerei Beck & Co. die Rösser aus dem Verkehr.

Diese, so weiß Kutscher Hedeler, hatten einst die Pferdegeschirre von der Union Brauerei übernommen. Zwar kommt die Zeit der Bierkutscher nicht zurück, dafür aber eine echte Bremer Brauerei, deren Sudhaus vor rund 50 Jahren stillgelegt wurde. Von den 35 Brauereien, die in Bremen 1748 fürs In- und Ausland brauten, sind nur drei geblieben. Die von Bremer Wirten gegründete Freie Brau Union bestand von 1907 bis 1968.

Die Union Brauerei wurde nun als „Union Brauerei Bremen GmbH“ neu gegründet. Verantwortlich dafür sind Lüder Kastens und Markus Zeller. „Als ich das Areal Anfang 2014 gesehen habe, kam die Idee ganz spontan“, erzählt Kastens. Als seine Idee die Runde machte, bekam er mit Markus Zeller, der auch schon mit dem Gedanken gespielt haben soll, einen Brauerei-Fachmann mit ins Boot. Beide starteten durch.

Um als Union Brauerei Bremen GmbH eigenes Pils und deutsche Küche anzubieten, wurde ein Jahr gebaut. „Allein rund zwei Millionen wurden in die Brauerei, die Gastronomie und die Technik investiert“, sagt Kastens.

Neben Führungen und Besichtigungen gibt es die Möglichkeit, bei Union sein eigenes Bier zu brauen, das nach der vierwöchigen Gärung abgeholt werden kann. Von den Profis kommen sechs Craft-Biere: Keller Pils, Rotbier, Weißbier, Pale Ale, Porter Schankbier und „Hanseat 2.0“. Die neuen Brau-Union-Biere werden alle in Bremen hergestellt und abgefüllt.