Bremen - „Bremen ist aufgestiegen.“ Nein, Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer, spricht nicht vom Fußball. Er meint die Verdienste der Vollzeitbeschäftigten. Bei denen nämlich ist Bremen – so die Kammer – im Bundesländer-Ranking vom fünften auf den vierten Rang geklettert.
Denn die Löhne im Land sind 2015 erneut gestiegen. Im Bundesländervergleich liegt Bremen mit einem monatlichen Durchschnittsverdienst von 3776 Euro brutto hinter Hamburg, Hessen und Baden-Württemberg an vierter Stelle. Das geht aus dem aktuellen „Kammer kompakt“ hervor, das die Arbeitnehmerkammer am Donnerstag präsentiert hat. Auch die realen Löhne steigen.
3776 Euro, das ist der Durchschnittswert für Frauen und Männer. Vollzeitbeschäftigte Frauen verdienen mit 3175 Euro deutlich weniger als Männer mit durchschnittlich 4011 Euro im Monat.
„Industriebetriebe ziehen die Verdienste nach oben“, sagt Schierenbeck. Vor allem, wenn es – wie in Bremen – einen hohen Anteil Tarifbeschäftigter in Großunternehmen gibt. Das Mercedes-Werk, die Stahlindustrie, die Luft- und Raumfahrt nennt Schierenbeck als Beispiele. In Bremerhaven kämen noch die Werften hinzu. „Bremens Position im Bundesländervergleich spiegelt ganz deutlich die industrielle Stärke wider.“
Besonders gut sehe es bei Fachkräften mit abgeschlossener Berufsausbildung aus, die in Bremen so viel verdienen wie in kaum einem anderen Bundesland. Hier liegt Bremen laut Statistik im Ländervergleich sogar auf dem zweiten Platz. Fachkräfte verdienen in Deutschland durchschnittlich 3003 Euro. Bremen liegt mit 3289 Euro brutto monatlich hinter Baden-Württemberg (3294 Euro). „Etwa 60 Prozent der Arbeitnehmer in Bremen haben eine abgeschlossene Berufsausbildung“, so Schierenbeck.
Ungelernte und angelernte Beschäftigte hingegen bekommen deutlich niedrigere Löhne. Arbeitnehmer in leitender Stellung verdienen 6323 Euro und damit mehr als dreimal so viel wie ungelernte Arbeitnehmer, die im Schnitt 2079 Euro erzielen.
