Bremen - Bunte Hüte fliegen durch die Luft, vielleicht noch etwas zaghaft. „Ihr müsst höher werfen, damit die Leute überhaupt etwas sehen können“, ruft Ines Rosemann von der Oldenburger Zirkusschule „Seifenblase“ in den Saal. Die Regieanweisung kommt nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Französisch und Englisch. Zusammen mit jugendlichen Flüchtlingen und jungen Leuten aus Deutschland probt sie für den 30. Bremer Samba-Karneval.

Der Samba-Karneval startet am Sonnabend, 7. Februar, um 12 Uhr auf dem Marktplatz. „Der große Circus“ lautet das Motto des Spektakels, das erstmals auch mit Flüchtlingen inszeniert wird. Die jungen Ausländer sind aus Afghanistan, Algerien, Somalia, Guinea, Gambia und Syrien vor Krieg, Verfolgung und wirtschaftlicher Not nach Deutschland geflüchtet, ganz alleine, ohne Familie. Nun üben sie für einen Ablauf, der ihre volle Konzentration fordert. Schon, weil sich die Beteiligten entweder radebrechend oder nur mit Händen und Füßen untereinander verständigen können.

Aber das ist hier kein Problem. „Wir wollen gemeinsam eine Show machen“, freut sich Nima Zegnali auf den Sonnabend. „Und ich hoffe, dass es eine gute Show wird“, betont der 17-Jährige.

Paula Mühlmeyer von der Bremer Zirkusschule „Jokes“ findet, dass das schon ganz gut klappt. „Wir machen alles zusammen, zeigen uns gegenseitig, wie es geht, das hat eine große Tiefe“, schwärmt die 18-Jährige und beschreibt ihr Gefühl von der Zusammenarbeit in dem internationalen Ensemble:

„Die Idee zu der gemeinsamen Aktion ist im Sommer vergangenen Jahres entstanden“, erläutert Katharina Witte von der Initiative „Bremer Karneval“. Sie ist regelmäßig für die Choreographie zur Eröffnung des Spektakels zuständig.

Und der Circus eignet sich bestens als verbindendes Element, sagt Regisseurin Witte. „Kultur macht stark, Circus macht stark“, meint sie und lässt keinen Zweifel daran, dass die Eröffnungsszene trotz der Sprachprobleme klappen wird: Der Clown Carlito inszeniert auf dem Marktplatz eine Zirkus-Vorstellung mit Gewichthebern, Seiltänzern, Akrobaten und Jongleuren.