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NWZonline.de Region Bremen

Einwanderung: Junger Syrer wird zum Kollegen auf Zeit

26.08.2016

Bremen „Er hat so etwas Gewinnendes – man muss ihn einfach gern haben“, sagt Sabine Drinnhaus, Leiterin des Stiftungsdorfes Rablinghausen. Die Rede ist von Tarek Mezal, einem von mehr als 2000 unbegleiteten minderjährigen Ausländern (Uma), die in Bremen leben. Tarek ist 16 Jahre alt und kommt aus Syrien. Er hat drei Wochen ein Praktikum in der Pflegeeinrichtung absolviert.

Hilde Schmincke, Gast der Tagespflege im Stiftungsdorf, hört das gerne. „Er hat sofort angepackt und einfach mitgemacht – auch beim Kegeln, was er aus seiner Heimat ja nicht kannte. Wir waren alle ganz erstaunt, wie gut er schon Deutsch spricht, obwohl er doch erst ein Jahr bei uns im Land ist“, sagt sie. Gemeinsam mit den anderen Tagespflege-Besuchern hatte sie ihre Freude daran, seinen Wortschatz zu erweitern, etwa durch „Kartoffeln pellen“, wie Tarek lachend erzählt.

Das neue Wissen kam ihm gleich zugute, als er im Bereich Hauswirtschaft beim Kochen half. „Ich mache das gerne und kann auch schon einiges, zum Beispiel mein Lieblingsgericht Nudelsalat“, sagt er. Seine neuen „Kollegen auf Zeit“ hätten es ihm leicht gemacht. „Alle waren sehr nett und haben mir viel erklärt – auch wenn ich mal etwas nicht sofort verstanden habe.“ Einmal fragte man ihn nach einem Tablett, woraufhin er sich suchend nach Tabletten zum Einnehmen umsah.

„Was uns begeistert: Er lernt schnell und bringt sich – obwohl er noch so jung ist – ganz viel ein“, so Drinnhaus, die sich freut, dass Tarek dem Haus weiter verbunden bleibt. Zustande gekommen war das Praktikum auf Wunsch des Jungen. Der Schüler einer Vorklasse im Schulzentrum Utbremen interessiert sich für den Beruf des Altenpflegers. Hilde Schmincke drückt dem 16-Jährigen die Daumen, dass er bald eine Pflegefamilie findet. Interessierte Familien erfahren mehr dazu über den Verband „Pflegekinder in Bremen“ (PiB) unter Telefon  0421/95 88 200.

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