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NWZonline.de Region Bremen

Kleine Hunde sind wie Kinder

13.01.2017

Bremen Man kennt ihn aus dem Fernsehen oder von der Bühne – nun steht er da, in einem schwarzen T-Shirt, begrüßt mich locker. Er schießt am Abend die Bremer Sixdays an – und das ist nicht das einzige, das er immer noch nicht so ganz begreifen kann. Trotz seiner Bekanntheit kommt er als Normalo rüber. Vielleicht ist das einer der Gründe, die ihn in der Publikumsgunst ganz nach oben gespült hat.

„Es hätte schlimmer kommen können“, sagt Rütter, auf den Pressemarathon vor seiner Zusatzshow in Bremen im März angesprochen. Er ist „ein Typ, der so redet, wie er ist“. Und er ist geprägt von seiner Kindheit im Ruhrpott. Hemdsärmelig, aber nicht schlicht, humorig, aber nicht jeder Pointe nachjagend. Er lebt von seinem Mutterwitz, doch das erspart es ihm nicht, seine Programme und Shows akribisch vorzubereiten. Und da gilt für ihn: „Ich glaube, dass sich Qualität durchsetzt.“

Rütter bewies ein glückliches Händchen. „Ich habe das Training komplett anders gemacht“, blickt er in die Anfangszeit seiner Hundeschule zurück; eben nicht auf dem Trainingsplatz, sondern mit Hausbesuchen. Sehr sinnvoll, gerade „wenn der Hund bellt, weil es an der Tür klingelt“. Der überraschende Fernseherfolg von „Ein Coach für alle Fälle“ tat sein Übriges.

Rütter findet den umstrittenen US- „Hundeflüsterer“ Cesar Millan interessant, auch wenn er dessen Methoden („Anwendung von Gewalt“) ablehnt. Er sieht das Verhältnis Mensch-Hund in der modernen Gesellschaft kritisch, denn „der Mensch trainiert dem Hund ab, wofür der gemacht ist.“ Er gibt so ganz nebenbei Hundehaltern den ultimativen Tipp. Er hält nichts von der Lehre von Befehl und Gehorsam. Dennoch, braucht der Vierbeiner Anleitung. So wie Kinder. Parallelen sind für Rütter vorhanden, Unterschiede aber auch. „Kinder sollen zur Selbstständigkeit erzogen werden, Hunde nicht.“

Der 46-Jährige weiß, wovon er spricht. Er hat fünf Kinder, zwei Hunde. Und mittlerweile ein mittelständisches Unternehmen mit 150 Mitarbeitern. Er sagt schlaue Sätze. Über die Pubertät von Kindern – und von Hunden. Und offenbart Persönliches. Kein Blocker, kein Blender. Ein Normalo, der kaum begreifen kann, dass er nicht weniger prominent ist als der Star neben ihm auf dem roten Teppich. Da fühlt er sich „immer weit weg“.

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