• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Bremen

Knappe Zeit gefährdet Schulorchester

24.05.2011

BREMEN Musikpädagogen in Deutschland sehen die Arbeit mit Kinder- und Jugendorchestern an allgemeinbildenden Schulen und Musikschulen akut gefährdet. „Das liegt an der Verkürzung der Schulzeit an Gymnasien auf zwölf Jahre und am Konzept der Ganztagsschulen“, warnte der Vorsitzende des Verbandes Deutscher Schulmusiker, Ortwin Nimczik, gestern in Bremen.

Dadurch bleibe weniger Zeit für die Ensemblearbeit in und außerhalb der Schulen. Bremen ist ab Donnerstag Gastgeber der Bundesbegegnung „Schulen musizieren“, zu der 700 Kinder und Jugendliche erwartet werden.

Schon jetzt beobachteten die Musikfachverbände ein „schleichendes Ensemblesterben“ an Schulen, Musikschulen und bei Jugendorchestern, mahnte Nimczik im Vorfeld der viertägigen Begegnung. Der schulische Leistungsdruck habe in jüngster Vergangenheit so zugenommen, dass das Zeitkontingent der Jugendlichen für die Musik am Nachmittag immer schmaler werde. Der volle Stundenplan erschwere insbesondere die jahrgangsübergreifende Arbeit. Lehrer bekämen zudem keine Stunden mehr gut geschrieben, um Orchesterarbeit zu organisieren.

„Die Schüler haben einfach keine Zeit mehr, um im Schulchor oder in der Big-Band mitzumachen“, sagte Nimczik. Deshalb setze sich die Entwicklung in der Ensemblearbeit der Musikschulen und bei den Jugendorchestern fort.

Vor ähnlichen Problemen stünden auch Sportvereine und die Kirchen mit ihrem Konfirmandenunterricht. Die Kritik teilen Vertreter etwa des Verbandes deutscher Musikschulen und die Deutsche Orchestervereinigung. Langfristig wird sich die knappe Zeit für musikpädagogische Arbeit Nimczik zufolge auf den Nachwuchs für ehrenamtliche und professionelle Chöre und Orchester negativ auswirken. „Wir brauchen eine durchgängige Musikarbeit von der Grundschule an“, bestätigte in einer gemeinsamen Pressekonferenz Bremens Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD). Der Vorsitzende des Bremer Landesmusikrates, Ernst Folz, sagte, dafür müssten ausreichend Musiklehrer ausgebildet und eingestellt werden.

An der diesjährigen Bundesbegegnung beteiligen sich 21 Ensembles aus Deutschland und dem EU-Partnerland England. Sie zeigen ihr Können unter freiem Himmel und in Konzertstätten.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.