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NWZonline.de Region Bremen

Kühne Konzeption im Wandel

22.10.2014

Bremen Wie der Bug eines Schiffs ragt sie in die Höhe – die Bremer Stadthalle ist ein markanter Bau. Im Programmheft zur Eröffnungsfeier am 31. Oktober 1964 ist von einer „kühnen Konzeption des neuen Gebäudes“ die Rede, das auch gleich „zu den Wahrzeichen unserer Stadt“ gezählt wird. Die Erbauer hätten „einen großen Beitrag zur modernen Architektur geliefert“. Genau das sollte in späteren Zeiten für Diskussionen sorgen.

„Die Stadthalle ist wohl eines der bekanntesten architektonischen Werke Bremens aus der Nachkriegszeit“, heißt es im Online-Architekturführer des Bremer Zentrums für Baukultur (BZB), das sich mit Bauwerken aus der Zeit ab 1950 beschäftigt. Das am Ende weit mehr als 20, eher 30 Millionen Mark teure Veranstaltungszentrum ist das Werk von Roland Rainer aus Wien, Schöpfer der Wiener Stadthalle, sowie der Bremer Architekten Max Säume und Günther Hafemann.

Zurück zur Stadthalle. Die Statik bestimmt die Form, der Raum wird zum Erlebnis, die Tribünen sind unterschiedlich hoch. „Die charakteristische, ausdrucksstarke Form ergibt sich aus der Sichtbarmachung der Konstruktion“, heißt es beim BZB. „Diese basiert auf einer statischen Einheit der Tribünenträger mit den sehr weit gespannten, auf Zug beanspruchten durchhängenden Gliedern des Daches.“ In einem ersten Modell waren die sechs schräg aus dem Boden aufragenden Binder auf der Bürgerweiden-Seite noch nicht geknickt. Forderungen der Baupolizei sorgten schließlich für die Knicke.

Zur Stadthalle, die 1964 mit den Hallen 2 und 3 eröffnet worden war, kam Ende 1983 die Eislaufhalle hinzu. 1993 wurde sie schon wieder abgerissen. Bremen eröffnete 1993 das postmoderne Congress Centrum, mit dem Maritim bekam die Halle einen Hotelanschluss. 1997 wurden die Messehallen 4, 4.1, 5 und 6 eröffnet. 2002 folgte Halle 7 – alles Kennzeichen eines sich ständig ändernden Veranstaltungs-, Tagungs- und Messegeschäfts.

Und dann? Dann war die Stadthalle dran. 2004, vor zehn Jahren, wurde das Wahrzeichen umgebaut. Dagegen gab es massive Proteste, denn der Umbau bedeutete, dass das Bauwerk Elemente seiner charakteristischen Form einbüßte. Die Halle sollte vergrößert werden, um konkurrenzfähig zu bleiben. Denn auch viele Produktionen waren größer geworden. Mehr Technik, mehr Zuschauer.

„Ohne die Erweiterung wären viele Veranstaltungen nicht nach Bremen gekommen“, sagt Peter Rengel, Leiter der ÖVB-Arena (wie die Stadthalle heute heißt). Er nennt Beispiele wie die „Night of the Proms“, Helene Fischer und die Karate-Weltmeisterschaft im November.

Konzertveranstalter Lothar Behnke hält die Erweiterung für die richtige Entscheidung. Jahre später folgte dann auch der Umbau samt technischer Erweiterung. Dennoch gibt es Großproduktionen, die einen Bogen um Bremen machen. Andere Standorte sind für manche internationalen Stars gesetzt – Behnke fasst es so zusammen: „Hamburg wegen der Beatles, Berlin wegen der Mauer, München wegen der Gaudi, Köln wegen der Größe der Halle.“

Die Bremer Stadthalle bietet dennoch den Raum für 140 Vorstellungen im Jahr, sagt Rengel. „Unterhaltung, Sport, Konzerte. Messen nicht mitgezählt.“

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