Bremen - Ankunft nach anstrengender Überfahrt im Amerika um 1850. Ein glücklicher Zufall. August Birnbaum kommt daher. „Sprechen Sie Deutsch? Ja? Auch aus Bremen? Komm ich auch her“, sagt er. Der Mann gibt erst mal eine Runde Whiskey aus und schwärmt vom Land der tausend Möglichkeiten. Ein schöner Einstieg in die „Führung mit Schauspiel“ durch die Amerika-Ausstellung im Übersee-Museum.
Der freundliche Herr weiß, was vor Ort Sache ist. „Ihr wollt nach Westen? Land abstechen? 5 000 Dollar solltet Ihr schon haben“, sagt Birnbaum. Er erzählt von Planwagen, die sich auf den Weg machen. Seine Tour nach Westen ist schon 20 Jahre her. Darum weiß der Ex-Bremer auch, worauf man auf keinen Fall verzichten kann: ein kleiner Ofen, eine Bratpfanne und schöne feste Schuhe, am besten aus Bison-Leder. Die gibt es für drei bis vier Dollar. Bierbaum geht nochmal weg, zum Stiefelmacher.
Die Führung geht erstmal weiter. Dabei geht es natürlich nicht nur um Nord-, sondern auch um Südamerika. Immer wieder tritt Birnbaum mit bunten Geschichten auf, erzählt, wie er vor einem Grizzlybären auf einen Baum flüchtete und wie er einem Sklaven bei der Flucht half.
August Birnbaum ist eine Doppelrolle. Erst kommt er als Neu-Amerikaner daher, der um 1850 schon seit 20 Jahren in der neuen Welt lebt. Dann als ein Ur-Ur-Enkel, der Mitte der 1970er Jahre den Spuren seines Vorfahren folgt. Die Rolle ist vierfach besetzt. Die fiktionalen Geschichten entwickelte das Team aus dem „Bremer Geschichtenhaus“ anhand umfangreicher Recherchen.
Es ist die dritte Kooperation mit dem Übersee-Museum. Normalerweise zeigt das Geschichtenhaus des Beschäftigungsträgers Bras Anekdoten zur Bremer Geschichte im Schnoor.
Weitere Termine der Führungen finden statt am 30. November sowie am 7. und 14. Dezember, danach alle zwei Wochen, jeweils um 18 Uhr im Übersee-Museum. Sondertermine für Führungen sind nach Absprache ebenfalls möglich. Die Tickets für die Veranstaltung kosten, inklusive eines Getränkes, 14 Euro.
