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NWZonline.de Region Bremen

Staatsanwaltschaft Ermittelt: Bremer Lehrer sollen Schüler gemobbt haben

15.09.2020

Bremen Die Bremer Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Lehrkräfte einer Schule wegen des Verdachts auf Misshandlung Schutzbefohlener. „Insgesamt gibt es drei Beschuldigte“, sagte der Sprecher der Behörde, Frank Passade, am Montag. Demnach hat ein mutmaßliches Opfer von Mobbing und Schikanen Strafanzeige gestellt. Details zu den Vorwürfen und dem mutmaßlichem Opfer wollte Passade nicht nennen.

Nach einem Bericht der Tageszeitung „taz“ ist ein transsexueller Schüler der Freien Evangelischen Bekenntnisschule in den Jahren 2015 und 2016 von Lehrkräften heftig gemobbt worden. „Diese Schule hat meine Zukunft zerstört“, sagte der Betroffene der Zeitung. Dem Bericht zufolge hatten ihn Ärzte und Familie bei der Geburt fälschlich als weiblich erkannt.

Im Alter von 15 Jahren outete sich der Schüler als transsexuell und soll daraufhin „Mobbing und Psychoterror vonseiten der Schule“ erfahren haben, wie die „taz“ schreibt. Demnach hat ihm eine Psychologin bescheinigt, durch die Erlebnisse an der Schule traumatisiert zu sein. Erst im Sommer 2020 sei er so weit gewesen, beim polizeilichen Ansprechpartner für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans- und Interpersonen Anzeige zu erstatten.

Die Schule zeigte sich erschrocken über die Vorwürfe und teilte mit, alles dafür zu tun, sie aufzuklären. „Erste interne Überprüfungen des Sachverhalts aus den Jahren 2015 und 2016 haben bislang keine Anhaltspunkte ergeben, dass diese so zutreffen könnten“, sagte die Geschäftsführerin Hanna Trayser. „In die Ermittlungsverfahren sind wir bisher nicht einbezogen. Wir werden diese aber selbstverständlich vollumfänglich unterstützen.“

Die Bremer Linksfraktion zeigte sich schockiert über die Vorwürfe und forderte eine lückenlose Aufklärung. „An keiner Schule im Land Bremen - egal ob öffentlich oder privat - dulden wir Diskriminierung“, sagte die bildungspolitische Sprecherin Miriam Strunge.

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