Bremen - Das interaktive Webportal „Spurensuche Bremen“ soll jugendlicher werden. Es wird als App für Smartphones freigeschaltet, um jüngere Nutzer zu gewinnen. „Das ist ein guter Weg, Geschichte interaktiv erlebbar zu machen“, sagt Marcus Meyer, Sprecher des Vereins „Erinnern für die Zukunft“.

Das Webportal ist im Oktober 2010 freigeschaltet worden. Die „Spuren“ geben Auskunft über Personen, Ereignisse und Orte in der Stadt Bremen, die im Kontext mit der NS-Zeit stehen.

250 Spuren seien bislang entdeckt worden, die Datenbank wächst ständig. Die NS-Geschichte sei ein komplexes Thema, sagt John Gerardu, einer der Initiatoren des Internetauftritts. Die letzten Zeitzeugen sterben weg, Erkenntnisse werden aus zweiter und dritter Hand weitergereicht. Pro Tag werden 50 bis 70 Besucher registriert. „Das Webportal ist ein multimedialer Ort kollektiver Erinnerung“, sagt Meyer. Die Nutzer seien nicht nur Konsumenten, sondern geben interaktiv eigene Erfahrungen weiter.

Die Spuren im Webportal sind mit einer konkreten Adresse verknüpft und können ab sofort per App aufgespürt und kommentiert werden. Programmierer Steffen Jäckel greift auf die Infos zurück, die dem Portal zugrunde liegen. Zu finden ist die App im „Play Store“ von Google. Man findet sie unter „Spurensuche“. Die App verfügt über eine Stadtkarte, auf der die Benutzer die nächstgelegenen Orte mit „Spuren“ aus den Jahren 1933 bis 1945 anklicken können.

Mit der App soll die junge Smartphone-Generation für die „Spurensuche“ begeistert werden. Ein Testlauf mit Schülern einer zehnten Klasse der Oberschule Findorff sei vielversprechend verlaufen, sagt Projektleiter Gerardu.