OLDENBURG/BREMEN - OLDENBURG/BREMEN/DRU/LNI - Die in Freilandeiern festgestellten Dioxinbelastungen haben kontroverse Reaktionen ausgelöst. Der Deutsche Tierschutzbund warnte gestern vor „panischen Reaktionen“. Vorsitzender Dr. Wolfgang Apel (Bremen) forderte, die Ursache für die Giftbelastung der Umwelt zu bekämpfen. Der Öko-Produzentenverband Bioland warf den Verfechtern der Käfighaltung „gezielte politische Absichten“ mit der Veröffentlichung von Messergebnissen vor. Der Verband empfiehlt seinen Mitgliedern, Hühner-Wiesen umzupflügen, um die Dioxin-Konzentration in der Oberfläche zu verringern.

Das Problem dürfe keinesfalls auf Kosten des Tierschutzes gelöst werden, indem die Käfighaltung von Legehennen dadurch wieder „salonfähig“ gemacht werde, sagte der Agrarexperte der Grünen-Landtagsfraktion, Hans-Jürgen Klein. Die Niedersachsen-FDP vertrat dagegen den Standpunkt, im Gegensatz zur Freilandhaltung sei die Haltung von Hühnern in Käfigen tiergerechter und unbedenklich. Den Grünen warf FDP-Agrarexperte Jan-Christoph Oetjen vor, die Gesundheit der Bevölkerung aufs Spiel zu setzen.

Aus wissenschaftlicher Sicht sei die Dioxinbelastung in der Umwelt äußerst hartnäckig. „Es wird fast Generationen dauern bis wir diese Substanzen ganz los sind“, sagte der Leiter des Institutes für Lebensmitteltoxikologie an der Tierärztlichen Hochschule in Hannover, Professor Heinz Nau.