Bremen - Die Bremische Bürgerschaft hat am Donnerstag einstimmig den Weiterbau der Stadtautobahn A 281 auf den Weg gebracht. Im Bauabschnitt 2/2, der die Autobahn A 1 mit der Airport-Stadt verbindet, soll die zuletzt vom Senat favorisierte Variante mit einem auf 173 Meter verkürzten Tunnel und einem 270 Meter langen Trog umgesetzt werden. Diese Lösung kostet Bremen rund neun Millionen Euro. Der Bund ist mit sechs Millionen Euro im Spiel.

Besagter Bauabschnitt 2/2 ist rund 2,5 Kilometer lang. Geplant wird seit einigen Jahren – und vor allem der Kreuzungsbereich Neuenlander Straße/Huckelriede hat für Zoff gesorgt. Anwohner zogen bis vors Bundesverwaltungsgericht. Mit Erfolg – die Leipziger Richter kippten im November 2010 die ursprünglichen Planungen. Ein „Runder Tisch“ wurde eingesetzt, die Autobahn durch Huckelriede entschärft und von „Querspange“ und „Monsterknoten“, einer mehrstöckigen Kreuzung, befreit. Bremen verhandelte mit dem Bund. Heraus kam schließlich die „optimierte Variante 4 Süd“, die am Donnerstag die parlamentarische Hürde nahm.

Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne) verspricht den Bewohnern der Neustadt „weniger Lärm und weniger Schadstoffe“. Die Bürgerinitiativen stimmen der Kompromissvariante ebenfalls zu – unter Bedingungen und nicht ohne Bedenken. Die Lösung sei besser als der vom Bundesverwaltungsgericht gekippte Planfeststellungsbeschluss, aber nicht gut, kommentieren die Sprecher der Initiativen, Norbert Breeger und Jens Körber. Sie sagen: „Es bleibt grundsätzlich falsch, überhaupt eine Autobahn zum Zubringer Arsten zu bauen.“ Dieses Teilstück habe kaum verkehrlichen Nutzen und führe mitten durch Wohngebiete. Die Planer sprechen von einem Zeitgewinn von rund einer Minute. „Zur Beseitigung vorhandener Staus braucht es keine teure Autobahn, sondern nur eine ampelfreie und vierspurige Auf- und Abfahrt am Neuenlander Ring“, argumentieren Breeger und Körber.

Mit dem Baubeginn für das Autobahnteilstück rechnen die Planer nicht vor 2016. Und dann bleibt ja noch die Bundesstraße 6n, die den Bremer Süden mit der Autobahn A 1 in Brinkum verbinden und vom Hornbach-Gelände an der Neuenlander Straße aus unter dem Flughafen hindurch geführt werden soll. An den Planungen für die Trasse soll nicht gerüttelt werden. Auch darin waren sich alle Fraktionen einig. An der Bremer Vorzugsvariante mit einem Tunnel unter der Start- und Landebahn führe kein Weg vorbei, sagt Peter Erlanson (Linke). Senator Lohse ergänzt: „Eine B 6n, die um den Flughafen herumführt, wird von Bremen nicht unterstützt.“

Der Bund jedoch will, dass die Umfahrung als mögliche Lösung offengehalten wird. Er bietet dafür Vorleistungen in Höhe von 3,8 Millionen Euro an. Für die Anwohnerinitiative steht fest: „Diese Trasse durch eine Wohnsiedlung richtet mehr Schaden an, als dass sie nützt.“