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NWZonline.de Region Bremen

Patientenberatung droht Verlust der Unabhängigkeit

20.08.2015

Bremen Im Grunde ist sie eine Bremer Erfindung, die Unabhängige Patientenberatung. Seit 1998 gibt es die schon in Bremen – anderswo erst seit 2006. Doch nun ist ihre Autonomie in Gefahr.

Und das, obwohl sie in Bremen eigenständig ist – und bislang nicht zur Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) gehört, einem Zusammenschluss von bundesweit 21 Beratungsstellen. Der wiederum soll Plänen zufolge nun von der profitorientierten Firma Sanvartis übernommen werden, die Call-Center für Krankenkassen betreibt und auch für Pharmafirmen und Medizinproduktehersteller arbeitet. Das hat der Spitzenverband der Krankenkassen entschieden, der diese Beratung bezahlen muss. Der Auftrag dafür wird bislang alle fünf Jahre neu ausgeschrieben, nun soll es für sieben Jahre neun statt bisher fünf Millionen Euro geben.

Bislang wird die UPD von den Verbraucherzentralen und dem Sozialverband VDK getragen, ab dem kommenden Jahr sollte auch die Bremer Beratungsstelle in dieses Netzwerk integriert werden. Und gegen dessen Übernahme durch Sanvartis regte sich bundesweit Kritik: Die UPD dürfe nicht zu einem „krankenkassennahen Call-Center verkommen“, sagt beispielsweise die Ärztekammer.

Auch bei der Bremer Patientenberatung habe „keiner ein Interesse, zu Sanvartis zu gehen“, sagt Geschäftsführerin Elisabeth Goetz, Ärztin für Anästhesie, „das konterkariert die unabhängige Beratung.“

Zwar stehen hinter der Bremer Beratungsstelle andere gesellschaftliche Kräfte als hinter der bundesweiten UPD: Getragen wird sie in Bremen vom Gesundheitsressort, dem Magistrat Bremerhaven, der Ärzte- sowie der Psychotherapeutenkammer, der Bremer Krankenhausgesellschaft – und eben den örtlichen Krankenkassen. Aber gerade letztere sind nun das Problem – weil ihr Spitzenverband, der die unabhängige Patientenberatung finanzieren muss, offenbar den bisherigen Trägern den Auftrag entziehen will. Deshalb, sagt Goetz, sei auch in Bremen „jetzt unklar, was passiert“.

Entscheiden muss das der Vorstand der Unabhängigen Patientenberatung, in dem neben dem Gesundheitsressort auch wieder alle Träger sitzen. Dieser aber will sich erst festlegen, wenn Klarheit darüber herrscht, wie es künftig bundesweit laufen soll – und wer dann für die UPD verantwortlich ist. Noch ist die Vergabe der unabhängigen Patientenberatung an Sanvartis nicht endgültig, zumal die Verbraucherzentralen und der VDK Widerspruch eingelegt haben.

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