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NWZonline.de Region Bremen

Plattdeutsch-Debatte in der Bürgerschaft

03.07.2008

BREMEN „Dat gifft ummer weniger Platt-Snackers“, beklagt die oppositionelle Bremer CDU und initiierte am Mittwoch eine Platt-Debatte in der Bürgerschaft. Die meisten Redner bemühten sich dabei, Plattdeutsch zu sprechen.

„An Plattdüütsch fasthollen un Plattdüütsch starker machen“ – so war der CDU-Antrag überschrieben. Die Fraktionen beschlossen, das Platt-Thema „zur Beratung und Berichterstattung“ an die Kultur-Deputation zu überweisen.

Der CDU-Abgeordnete Frank Imhoff ist mit Leib und Seele Platt-Snacker, warb mit Vehemenz für die Sprache – und zitierte eine Untersuchung des Instituts für niederdeutsche Sprache (INS) im Schnoor: „1984 kunn in Norddütschland noch jeder Drutte Platt snacken – nu sund dat bloots noch 14 Perzent.“ Dabei gab er zu bedenken: „Platt ist unsere Heimat. Wer nicht weiß, wo er herkommt, der weiß auch nicht, wo er hin muss.“

Das gab viel Applaus und Zustimmung. Nur in einem Punkt wurde der CDU mehrmals widersprochen. Der Vorschlag, das Parlament möge in Zukunft einmal im Jahr auf Platt debattieren, kam nicht an. „Der Gebrauch einer Sprache lässt sich nicht fordern, nur fördern“, hieß es dazu von der SPD. „Das können wir nicht beschließen, das müssen wir einfach tun“, so die FDP.

Regionale Verwurzelung, regionale Identität – oft genannte Argumente für Plattdeutsch im vielzitierten „Europa der Regionen“. Deutschland trat vor zehn Jahren der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen bei.

Das Niederdeutsche steht auf der UNESCO-Liste der bedrohten Sprachen. Fakten, die für Bremen auch Verpflichtungen bedeuten – etwa, was Schutz und Förderung der Regionalsprache Plattdeutsch betrifft.

Auf der Zuhörertribüne saß gestern, von Parlamentspräsident Christian Weber (SPD) mit plattdeutschen Worten begrüßt, Dr. Reinhard Goltz vom Institut für niederdeutsche Sprache. „Ich hab mich gefreut über die Debatte“, sagte er anschließend.

Vor dem Hintergrund der Sprachencharta sei es wichtig, „wenn die Sache vorangebracht wird“. Plattdeutsch könne genau so wie jede andere Sprache auch erlernt werden – gerade in einer Zeit, in der die einstige Mehrheitssprache Niederdeutsch nicht mehr von Generation zu Generation weitergegeben wird.

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