Bremen - Im Zusammenhang mit dem Bremer Terroralarm Ende Februar war eine syrischstämmige Familie irrtümlich für mehrere Stunden in Gewahrsam genommen worden – wir berichteten. Schuld war ein Zahlendreher bei der Übermittlung des Kennzeichens.
Die in Bremerhaven lebende Familie war mit einem Wagen mit französischem Nummernschild in Bremen unterwegs gewesen. Sie hatte das Auto in der Nähe des Doms abgestellt.
Jetzt hat Bremens Polizeipräsident Lutz Müller Mitglieder der betroffenen Familie in sein Büro eingeladen. Bei dem Gespräch habe es sich um „eine Annäherung“ gehandelt, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag.
Der Anwalt der Familie begleitete seine Mandanten zu dem Termin. Von der Familie erschienen der Sohn und der Vater.
Polizeipräsident Müller „erläuterte die Verfahrensweisen und Abläufe der Polizei bei einem solchen Einsatz“, so die Sprecherin weiter. „Er stellte noch einmal kurz heraus, welch große Herausforderung ein solcher Einsatz in allen Facetten darstelle. Zugleich betonte er, dass dies nur der Ansatz einer Erklärung dafür sein könne, wie sich das Geschehen auf die betroffene Familie auswirke.“
Der Polizeipräsident habe „ausdrücklich“ bedauert, dass die Familienmitglieder sich „als letztlich Unschuldige einer langwierigen und belastenden Überprüfung“ unterziehen mussten.
Der Sohn habe berichtet, wie das Erlebnis des Einsatzes innerhalb der Familie immer noch nachwirke. „Am Ende waren sich alle Beteiligten einig, dass dieses offene Gespräch sehr wichtig war, um das Verhältnis zueinander trotz dieser belastenden Situation wieder zu normalisieren“, formulierte die Polizeisprecherin. Die Familie hatte eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht.
