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NWZonline.de Region Bremen

Knut Schakinnis - Auf Umwegen ans Ziel gelangt

03.04.2019

Die Geschichte des Schauspielers und Theaterleiters Knut Schakinnis (63) zeigt, dass es auch über Umwege zum Theater geht. Schakinnis ist heute Geschäftsführer und künstlerischer Leiter von sechs Bühnen – Theaterschiff Bremen, Packhaustheater im Schnoor, Theater Worpswede, Theaterschiff Lübeck, Komödie Kassel und Komödie Bielefeld. Und er steht nun seit 40 Jahren auf der Bühne.

Es sei denn, er sitzt. So wie jetzt auf dem Sofa in seinem Büro hoch oben im Dachgeschoss des Packhaustheaters. Sitzt da und sagt: „Ich komme aus der Arbeiterklasse.“ Könnte ein Bühnensatz sein, ist aber ein Satz aus dem richtigen Leben. „Ich komme aus relativ einfachen Verhältnissen“, sagt Schakinnis. Berührungspunkte mit dem Theater habe es da nicht gegeben.

„Tausend Sachen“ habe er nach seiner Schulzeit gemacht, vieles ausprobiert. „Ich habe als Schweißer gearbeitet und als Tischler.“ Ein WG-Mitbewohner in Frankfurt habe dann eines Tages erzählt, das Schauspiel suche Kleindarsteller. Schakinnis ging da mal hin. Es war eine bewegte Stadttheater-Zeit in Frankfurt, Regisseur Peter Palitzsch leitete das Schauspiel im Geist der 68er als „Mitbestimmungstheater“. Für Schakinnis jedenfalls war die Zeit der Umwege vorüber, der junge Mann merkte, dass er sein Ziel gefunden hatte. Er kündigte bei seiner Firma – und spielte zwei Jahre lang.

Es kam die Idee auf, das alles auf eine solide Basis zu stellen, Stichwort: Ausbildung. „Alle sagten, geh‘ zur Schauspielschule.“ Schakinnis machte das – in Hamburg. Dort waren inzwischen auch etliche der früheren Frankfurter Kollegen, sie spielten am Thalia-Theater. Und Schakinnis: wieder mittendrin. „Ich hab mehr gespielt als Schauspielschule gemacht“, sagt er und lacht.

Es folgten zwei sogenannte Anfängerjahre in Lübeck – üblicherweise der Anfang einer Stadttheaterkarriere. Aber nicht mit Knut Schakinnis. Die „eingefahrenen Strukturen“ waren nichts für ihn, sagt er. „Ich habe da gemerkt, dass ich kein Ensemblemensch bin. Ensemble, das ist auch ‘ne Zwangsgeschichte. Wie im Großraumbüro.“ Er entschloss sich, frei zu arbeiten. Und noch eine Musicalausbildung dranzuhängen – beim legendären Intendanten August Everding in München.

Als Theaterleiter helfe es ihm heute sehr, beides – Schauspiel und Musik – gelernt zu haben. „Das ist Gold wert.“ Der Schauspieler, Musicaldarsteller und Regisseur Schakinnis zog 25 Jahre als Freiberufler durch die Lande, sprich: durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Zur Bühnenarbeit kamen Fernseh- und Kinofilme sowie Synchron-Aufträge. Das Unterhaltungs-Genre gewann in dieser Zeit schnell an Gewicht – unter anderem, weil es sich in diesem Bereich für Freiberufler besser planen lässt. „Man geht auf Tournee oder spielt en suite.“ Alle Aufführungen am Stück, nicht über Monate verteilt.

Etwas aber fehlte: ein Ruhepunkt im Leben, nicht zuletzt für die Kinder. „Da kam ich auf die Idee, ein Theater aufzumachen“, sagt Schakinnis. Die Gelegenheit dazu ergab sich in Bremen, wo man gerade die Schlachte zur Bummelmeile aufgemöbelt hatte – und noch was Kulturelles dafür suchte. Ergebnis war das Theaterschiff an der Tiefer.

Anfangs spielte Schakinnis viel selber. Eine wichtige Rolle spielten aber schnell auch die Kosten. „Ich dachte: ein, zwei Fehlentscheidungen – und ich bin pleite.“ Zur Kosten- und Risikominimierung entschloss er sich, den Privattheater-Verbund aufzubauen. Hier schickt er erfolgreiche Stücke von Stadt zu Stadt; und wenn mal was nicht so läuft, fällt es nicht so ins Gewicht. Was läuft, sind Stücke wie „Typisch Mann“ auf dem Theaterschiff. Ab Freitag, 5. April, steht Schakinnis damit wieder auf der Bühne – seine Heimat seit 40 Jahren.

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