Bremen - Hochmotiviert, bester Laune und mehr oder weniger gut vorbereitet – so liegen die 100 Zweier-Teams der Badeinsel-Regatta am Sonnabend auf ihren roten Badeinseln. Noch wenige Sekunden, dann gilt es. Dann müssen die 1,6 Weser-Kilometer von der Schlachte bis zum Café Sand mit Technik und Muskelkraft absolviert werden – und das so schnell wie möglich. Nur: Es gibt kein Startsignal. Im Gegenteil, die Rennleitung sagt das Rennen auf den letzten Drücker ab.

Eine Unwetterwarnung macht eine sichere Durchführung der Veranstaltung unmöglich. Ungläubige Blicke, vereinzelte Buh-Rufe. Ernsthaft? Jetzt soll schon Schluss sein? Das kann doch nicht wahr sein. Doch, kann. Wie ein kurzer Blick Richtung Weser-Tower eindrucksvoll verrät. Dort hat sich in kürzester Zeit eine imposante Gewitterfront aufgebaut. Die Aufpasser zu Wasser ziehen die 200 Starter auf ihre Boote.

Zurück an Land haben die meisten aber schon ihren Humor wiedergefunden. So wie Meike Sawatzki aus Syke und Rieke Kruhl aus Weyhe. Zwar seien jetzt zwei Wochen Vorbereitung und Training umsonst gewesen, aber falls sie im kommenden Jahr erneut starten dürften, sei das alles nicht so schlimm.

Und das dürfen sie, wie Haake-Beck-Pressesprecherin Inga Busch auf Nachfrage bestätigt. „Da müssen wir fair sein, schließlich haben wir das vor zwei Jahren auch so gemacht.“ 2013 hatte ein heftiger Wolkenbruch dem Event einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Dann haben wir ja ein ganzes Jahr Zeit zum Üben“, sagt Meike Sawatzki. „Trotzdem ärgerlich.“ Sogar doppelt ärgerlich: Denn das vom Deutschen Wetterdienst angekündigte Gewitter mit Sturmböen und Starkregen macht auf den letzten Metern doch noch einen Bogen um Schlachte und Osterdeich – außer ein bisschen Wind passiert nichts. „Wir wussten, dass es kurz zuvor in Oldenburg ziemlich gewütet hatte. Alle Anzeichen standen auf rot“, sagt Busch.

Die Veranstalter rechneten im Vorfeld mit gut 70  000 Besuchern. Und so findet das Showprogramm am Café Sand statt – Flo Mega sorgt für beste Stimmung in einer lauen Sommernacht. Und auch ein farbenfrohes Feuerwehr wird zum Abschluss entzündet.