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NWZonline.de Region Bremen

Rennstrecke hautnah erleben

17.01.2017

Bremen So vorsichtig wie am Montag bei der „Aktion Steilkurve“ des Vereins „Aktion Hilfe für Kinder“ begeben sich die Radprofis Gerd Dörich und Felix Nappa sonst nicht auf die Sixdays-Strecke in der ÖVB-Arena. Für die Schüler machen sie am „Tag der Schulen“ aber eine Ausnahme.

Auf Tandems fahren sie mit Gästen. Sehbehinderte Schüler der Georg-Droste-Schule, denen sie ein paar unvergessliche Momente schenken und denen sie Mut machen wollen, immer wieder ihre Grenzen zu sprengen. Die Kinder bestimmen, wie hoch es geht. Die vollen 53 Grad Neigung der Bahn werden es meistens nicht ganz. Marco ist am Anfang nervös. „Als wir dann richtig in Fahrt waren, ging das aber weg. Dann ging es immer höher“, sagt der Elfjährige.

Auch der zehnjährige Fabian hat große Freude: „Man hat, wenn es hochgeht, erst ein bisschen Angst, zur Seite zu kippen. Die Fahrt nach unten aus der Kurve war echt schnell“, sagt er. Justin fand die Erfahrung „einfach cool“. Der Elfjährige würde am liebsten immer wieder fahren. Jedes Kind darf zweimal aufs Tandem. Bevor es für die Kinder auf die Piste geht, muss zunächst der passende Helm gefunden und anprobiert werden. Dörich greift ein paar Mal zum Schraubenschlüssel, um den Sattel auf die richtige Höhe einzustellen.

Ein bisschen hat die Grippe zugeschlagen, darum waren nur sechs Kinder von der Schule für Sehen und visuelle Wahrnehmung da. Ein Grund nachzufüllen: Drei Kinder aus dem Publikum dürfen auf die Piste. Wie im Handumdrehen stehen sie bereit, immerhin ist bei den Sixdays der „Tag der Schulen“ und etwa 1 000 Schüler sind zu Gast. Eine von ihnen ist Baschira (elf). Sie wirkt entspannt und strampelt kräftig mit, sogar in der Kurve, in der sie und Dörich weit nach oben fahren. „Es war toll, ich hatte auch keine Angst. In einer Runde ging es richtig weit hoch. Es war wie in einer Achterbahn. Aber man kann sich daran gewöhnen“, sagt sie.

Gerd Dörich ist ein alter Hase. 18 Jahre fuhr er bei den Sixdays mit und war bekannt für steile Schussfahrten von oben aus der Kurve heraus. Zum vierten Mal geht er in Bremen mit sehbehinderten Kindern in die Steilkurve. „Natürlich haben die Kinder am Anfang oft Angst, aber meist verlieren sie die und sind dann Feuer und Flamme“, sagt er. „Da ist die Schussfahrt der Burner für sie.“

Die Erfahrung bleibt hängen. „In den vergangenen Jahren haben einige Teilnehmer ihre Eltern gefragt, ob sie nicht ein Tandem kaufen wollen“, sagt Lehrerin Birgit Wiechmann-Doil. Die meisten Schüler der Georg-Droste-Schule dürfen jedoch nicht alleine am Straßenverkehr teilnehmen.

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