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NWZonline.de Region Bremen

Theater: Schaurige Clowns im Zirkus des Sterbens

04.10.2011

BREMEN Ach, was sind das für arme Clowns, die da im vergammelten Zirkus-Zelt ihre Witze reißen! Dem einen hängen die Mützenklappen so deprimiert herab, wie die Ohren eines geprügelten Esels. Der andere, halb tot, grunzt gelegentlich in seinem Arztstuhl.

Willkommen im Zirkus des Sterbens. Man gibt eine allerletzte Vorstellung, die einer Vorlage des irischen Dramatikers Samuel Beckett folgt. Man spielt das „Endspiel“, einen Klassiker des absurden Theaters, das seit seiner Entstehung im Jahr 1956 auch zu besseren Zeiten partout nicht tot zu kriegen ist. Und im Bremer Schauspielhaus, wo Frank-Patrick Steckel nun zwei schaurige Clowns für seine Inszenierung mobilisiert hat, wird die Sache exakt zu jenem grausigen Totentanz, den man bei diesem Stück erwarten muss.

Handlung gibt es kaum, der nahende Stillstand wird bei Beckett ja zum eigentlichen Clou erhoben. Hamm und Clov heißen die beiden mehlgrauen Gestalten, die in einer endzeitlichen Tristesse sich gegenseitig dem Tode entgegen quälen. Der eine ist als „Herr“ bezeichnet, der andere ein „Diener“ – es sind Rudimente eines dezimierten Gesellschaftssystems.

Nun hat im Bremer Schauspielhaus die Ausstatterin Sabine Böing ein schmuddeliges Tuch über die Szenerie gehängt und so einen wunderbar widerlichen Kleinzirkus als Spielort geschaffen.

Und dann sind da diese Jammergestalten! Jan Byl latscht da als deprimierter Diener Clov mit so entzückend niedergebogenen Mundwinkeln um den Pflegefall Hamm herum, dass man entgegen aller angesagten Hoffnungslosigkeit auch immer wieder zum Lachen gebracht wird.

Auf der anderen Seite krakelt Gerhard Palder so ekelhaft als gelähmter, blinder Hamm herum, als gäbe es für einen alten Mann nichts schöneres, als seine Pflegekraft nach Herzenslust zu erniedrigen. Mit diesen beiden Schauergestalten trifft das Bremer Schauspiel also voll ins existenzialistische Schwarze.

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