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NWZonline.de Region Bremen

Schnitzel auf der „Murmelbahn“

08.07.2017

Bremen „Wir brauchen hier Todesmutige“, sagt „DJ H-NO“, der auf der „Wohnlichen Wiese“ das „Quiz ohne Grenzen“ moderiert. „Es geht um Musik, um Film und darum, sich zum ‚Horst‘ zu machen.“ Seit Mittwochabend läuft die 30. „Breminale“.

Das Bremer Kulturfestival ist bekannt für die markanten Zirkuszelte am Deich, doch mittlerweile entstehen auch dazwischen immer mehr Bühnen. Die „Wohnliche Wiese“ ist ein Zusammenschluss der „Dreimeterbretter“ und der Kneipe „Wohnzimmer“ aus dem Viertel. In dem kleinen bunten Zelt gegenüber der Bar sucht Moderatorin Tulli zusammen mit „DJ H-NO“ Freiwillige für das Quiz. „Das Wohnzimmer hat sich wohnlich gemacht, auch innerlich“, verweist der DJ auf die bereitgestellten Schnapsflaschen. Die Zuschauer wissen nicht, was hier gleich passieren soll. Einige gehen nach ein paar Minuten weiter.

Viele Besucher nutzen die ersten Stunden bei gutem Wetter, um einmal über das Gelände zu schlendern und etwas zu essen. Doch nachdem sich Kathi als erste Freiwillige meldet, schafft es Tulli schnell, noch zwei weitere zu motivieren: Helga und Thomas spielen auch mit. „Da brennt der Baum“, so der DJ. Die Zuschauer schwanken zwischen Scham und Belustigung. „Wie peinlich“, sagt ein Paar, als die Mitspieler zeigen müssen, wie gut sie Luftgitarre spielen. Am Ende entscheidet Tulli, für wen die Zuschauer am lautesten jubeln.

Ein paar Meter weiter, auf der Bühne der „Dreimeterbretter“, steht „Flowin Immo“. Der Musiker tritt bereits im fünften Jahr auf der „Breminale“ auf. Am Deich sitzen zwar einige Leute und hören ihm zu, aber so richtige Stimmung scheint noch nicht aufzukommen. Viele der Besucher essen und genießen die letzten Sonnenstrahlen des Abends.

„Um 19 Uhr beginnt der Herbst“, kommentiert „Flowin Immo“ die untergehende Sonne. Der Rapper tritt bis Sonntag noch weitere vier Male auf der Bühne „Dreimeterbretter“ auf. Die „Dreimeterbretter“ zimmern ihre Bühne aus alten und bunten Holzlatten und Planenresten zusammen. Mit der bunten Beleuchtung und Discokugeln ist die Bühne eine eigene Kunstinstallation.

Im „Himmelwärts“-Zelt spielen „Schnipo Schranke“ aus Hamburg. „Schön voll hier“, wird das Publikum begrüßt. „Schnipo Schranke“ bedeutet Schnitzel und Pommes mit Mayo und Ketchup. Die Musik ist ein Widerspruch von verträumten Melodien und derben Texten.

Das Zirkuszelt ist komplett voll, Elisabeth und Alex sind extra wegen der Band hergekommen. Die beiden Bremer versuchen, einen Platz weiter vorne zu bekommen. „Vielleicht ist da mehr Luft“, sagt Elisabeth.

Doch während „Schnipo Schranke“ das neue Lied „Murmelbahn“ singt, gehen die beiden. „Unter freiem Himmel, mit etwas mehr Platz, wäre das schöner gewesen“, sagt Alex. „Für mich ist die Musik auch einfach zu intim, um sie mit so vielen Fremden zu teilen“, fügt er ironisch hinzu.

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