Bremen - Der wohlige Grusel einer Geisterbahn und ein kirchlicher Segen für die Mitarbeiter des Fahrgeschäftes gehören für die Bremer Schaustellerseelsorgerin Ingrid Witte eng zusammen. „Ich segne als evangelische Pastorin ja keine Gegenstände, sondern die Menschen, die hier arbeiten und hier ihr Geld verdienen “, sagte sie. Die Pastorin hielt am Dienstag auf der Bremer Osterwiese eine Andacht für die neue Geisterbahn „Scary House“. Bis zum 3. April sorgen 203 Schausteller auf dem Volksfest für Nervenkitzel, Gaumenschmaus und Vergnügen.

Für die Schausteller sei der Segen eine wichtige Sache, so Witte. Das Geschäft auf den Volksfesten sei von vielen Faktoren abhängig. Schlechtes Wetter, technische Defekte, eine schleppende Konjunktur und nicht zuletzt Terrorwarnungen ließen die Umsätze schnell sinken. „Da ist ein Segen so etwas, wie eine zusätzliche Unterstützung.“

Angst um das Seelenheil der Fahrgäste in der Geisterbahn hat Witte nicht: „Die Menschen kommen doch, um den Grusel zu erleben, hier will niemand in Ruhe eine Tasse Kaffee trinken.“ Die Macht der bösen Geister aus Plastik und Pappmaché müsse niemanden beunruhigen. „Wenn wir vor solchen Geistern Angst hätten, wären wir arm dran“, sagte Witte. Darum sei auch der gehörnte Teufel auf dem Dach der Geisterbahn kein Problem. „Der gehört als Symbol des Bösen einfach dazu.“Die Schausteller sind zwar kein besonders frommes Volk, aber sie fühlen sich der Kirche sehr zugehörig“, sagte sie. Normalerweise arbeitet die Pastorin im Bremer Dom als Seelsorgerin.