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NWZonline.de Region Bremen

„Seien Sie milde mit diesem Mann!“

22.06.2017

Bremen In dem seit rund eineinhalb Jahren laufenden Wirtschaftsstrafprozess um die Pleite der Schwergutreederei Beluga will das Landgericht Bremen am 20. Juli die Ergebnisse einer Zwischenberatung vorlegen. Das teilte die Vorsitzende Richterin Monika Schaefer am Mittwoch mit. Möglicherweise wird die Kammer dann ihre Vorstellungen über den Strafrahmen für die vier Angeklagten, darunter Ex-Beluga-Chef Niels Stolberg, darlegen. Damit würde das langwierige Verfahren vermutlich abgekürzt.

REPORTAGE: Beluga - Auf den Spuren eines Untergangs

Das Motiv seines Mandanten sei nie persönliche Bereicherung gewesen, bekräftigte Stolbergs Anwalt Bernd Buchholz. Ihm sei es immer um die Reederei gegangen. „Seien Sie milde mit diesem Mann, für den die letzten sechseinhalb Jahre eine Strafe waren, der alles verloren hat, auch seine Gesundheit, der die Verantwortung für seine Fehler tragen muss und will“, so Buchholz. Wegen einer schweren Erkrankung Stolbergs war der Prozess mehrfach unterbrochen worden. Aus diesem Grund sind auch die Verhandlungstage verkürzt.

Buchholz kündigte nach der Verhandlung vorsichtig seinen Rückzug vom Stolberg-Prozess an. Der Grund: Der Anwalt und ehemalige Vorstandsvorsitzende von Gruner und Jahr soll für die FDP der neue Wirtschaftsminister von Schleswig-Holstein werden. Das neue Amt erfordere, dass er seine Anwaltstätigkeit zukünftig ruhen lasse, erklärte Buchholz auf Nachfrage der NWZ.

Die Anklagevertreter werfen Stolberg unter anderem Kreditbetrug, Untreue und Bilanzfälschung vor und fordern eine Haftstrafe. Alles unter vier Jahren ist aus Sicht der Staatsanwaltschaft weder Tat noch Schuld angemessen. Die erfolgreiche Reederei Beluga war 2010 tief in die Krise und 2011 in die Insolvenz gerutscht. Zu Unregelmäßigkeiten kam es beim Einstieg des US-Investors Oaktree in das Unternehmen und aus Sicht der Anklage bei der Finanzierung von Schiffen in China.

Jürgen Westerhoff
Redakteur
Regionalredaktion
Tel:
0441 9988 2055

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