Bremen - Das frühere Seniorenheim in der Gabriel-Seidl-Straße in Schwachhausen wird zur Asylunterkunft. In der nächsten Woche soll der Betrieb starten. Das Haus, das seit einigen Jahren leer steht, bietet dann Platz für 70 Menschen in kleinen Appartements für je zwei bis drei Personen, sagte Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) vor Ort.
Die Asylbewerber können sich in dem Übergangswohnheim in Pantry-Küchen versorgen. „Wir können hier vor allem Paaren und kleinen Familien eine neue Heimat bieten, die schon eine Weile in Bremen leben“, sagte Stahmann bei der Übergabe an die Arbeiterwohlfahrt (Awo). Leiten wird die Unterkunft Franziska Görlich, nachts und an den Wochenenden ist ein Wachdienst vor Ort.
Laut Stahmann leben in Bremen noch 3800 Menschen in Notunterkünften. Sie sei dankbar für jeden Platz in einem Übergangswohnheim oder in einer Wohnung. Integration gelinge am besten, wenn Asylsuchende mit Bremern Tür an Tür lebten.
Ortsamtsleiterin Karin Mathes und Beiratssprecherin Barbara Schneider wollen die Anwohner von Beginn an einbinden. „Wir werden in diesen Tagen Handzettel mit Telefonnummern in den Briefkästen verteilen“, sagte Karin Mathes. So könne jeder Nachbar rund um die Uhr eine verantwortliche Person der Einrichtung erreichen.
Derzeit leben rund 4000 Flüchtlinge in Bremer Übergangswohnheimen. 3800 Menschen sind, wie erwähnt, in Notunterkünften untergebracht, unter anderem in Zelten (950), Gewerbehallen sowie umgenutzten Büro- und Verwaltungsgebäuden. Etwa 700 Notplätze sind derzeit unbelegt, weitere 1500 Plätze in Turnhallen sind inzwischen wieder aufgegeben oder stehen vor der Aufgabe bis Ende April.
In den ersten drei Monaten des Jahres hat Bremen 1774 Personen aufgenommen, 2015 waren es im Vergleichszeitraum 962. Im März sank die Zahl, es kamen 195 Asylbewerber (März 2015: 301). In diesem Jahr rechnet Bremen mit 8000 Menschen.
