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NWZonline.de Region Bremen

Sozialprojekt wird zum Erfolgsmodell

04.02.2016

Bremen Fünf Jahre nach ihrem Start trägt sich die Bremer „Zeitschrift der Straße“ erstmals selbst. Allein in den vergangenen zwei Monaten seien 12 000 Hefte verkauft worden, sagte Initiator und Mitbegründer Michael Vogel. „Das ist für uns sehr erfreulich“, sagte der Professor, der das Projekt mit Studenten der Hochschule Bremerhaven begleitet. Die Zeitschrift wurde als Medien-, Sozial- und Lernprojekt gegründet: Während Wohnungslose verkaufen, gestalten Studenten das Blatt und die Texte und können dafür Leistungsnachweise bekommen. Ehrenamtliche sorgen für den Vertrieb.

Für die bundesweit einzigartige Publikation arbeiten Hochschulen und die Wohnungslosenhilfe im Bremer Verein für Innere Mission zusammen. Für die Diakonie ist die Zeitschrift im markanten Hochformat ein Beschäftigungsprojekt: „Seit dem Start im Februar 2011 wurden knapp 300 000 Hefte verkauft“, bilanzierte Reinhard Spöring, ehrenamtlicher Vertriebskoordinator des Blattes. Über die Hälfte des Umsatzes von seither rund 600 000 Euro und schätzungsweise 150 000 Euro an Trinkgeldern seien an insgesamt etwa 750 Verkäufer gegangen.

„Derzeit haben wir zwischen 60 und 70 aktive Verkäufer – arme und suchtkranke Menschen, dazu ein wachsender Teil von Zuwanderern aus Rumänien und Bulgarien“, sagte Spöring. Den Weg aus den roten Zahlen hat vor allem eine Änderung der Erscheinungsweise gewiesen. Die Zahl der Ausgaben wurde auf Wunsch von Verkäufern und Lesern von jährlich sechs auf zehn erhöht, die Auflage gleichzeitig von 10 000 auf derzeit bis zu 7000 Exemplaren reduziert. Ein Heft kostet zwei Euro, von denen die Verkäufer 1,10 Euro behalten.

Mittlerweile sind 35 Ausgaben erschienen, in denen jeweils eine Straße oder ein Stadtteil mit den dort lebenden Menschen zum Thema gemacht werden. „Alle Ausgaben zusammen bilden eine Sozialgeschichte Bremens ab“, sagte Pastor Uwe Mletzko, Vorstandssprecher der Inneren Mission.

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