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SOZIALWAHL Millionen Versicherte wählen Parlamente

Frage:

Man hört so wenig von Ihnen und Ihren Kollegen in den Parlamenten der Krankenkassen – warum?

Henke:

Weil es vor allem um kasseninterne Dinge geht. Wir beraten und beschließen die Satzung, alle Modellvorhaben und den Haushalt. Es gibt einen öffentlichen Teil, über den berichtet wird – aber das Interesse ist offensichtlich gering.

Frage:

Sieben Listen kandidieren bei der Techniker Krankenkasse – deren Vorstellung in der TK-Broschüre klingen alle ziemlich ähnlich.

Henke:

Das war ja nur die erste Vorstellungsrunde, es folgen weitere und die werden differenzierter sein. Eines aber bindet uns alle: Wir sollen die Interessen der Versicherten vertreten – es geht um stabile Beitragssätze, gute Betreuung, noch mehr Service.

Frage:

Die Kandidaten sind den Versicherten unbekannt. Wie soll man da wählen?

Henke:

Die Versicherten, das zeigt die Erfahrung, wählen vor allem nach der Liste: Wenn da das Wort „Techniker“ vorkommt, wird sie öfter gewählt als zum Beispiel die Gewerkschaftslisten. Nach den Inhalten geht es weniger.

Frage:

Das ist doch fatal.

Henke:

Man streitet sich im Verwaltungsrat eben nicht so, wie das in der Politik stattfindet.

Frage:

Vorteil oder Nachteil?

Henke:

Schwer zu sagen. Wenn wir uns öffentlich streiten würden, würde die Wahlbeteiligung sicher steigen. Aber ich versuche mir gerade vorzustellen, wie das gehen soll. Würde ein Fernsehsender sich dafür interessieren, wenn sich Liste eins mit Liste zwei oder drei über ein TK-relevantes Thema stritte? Ich glaube nicht.

Frage:

Die geringe Wahlbeteiligung stellt doch die Legitimation in Frage – ist das Thema im Verwaltungsrat?

Henke:

Aber ja. Wir haben überlegt, wie wir damit umgehen und gehen verstärkt in die Öffentlichkeit, im Internet, in den TK-Publikationen und auch in Gesprächen mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern, die das wiederum weiter transportieren sollen. Die vier großen Ersatzkassen und die BfA haben außerdem eine gemeinsame Medienkampagne gestartet.

Frage:

Warum war bisher das Interesse an der Wahl so gering?

Henke:

Die Wahlbeteiligung ist ein Abbild des Interesses an den sozialen Sicherungssystemen. Ich glaube und hoffe, dass nach dem Jahr 2004, das viel Negatives gebracht hat, die Wahlbeteiligung sehr viel höher liegt. Dafür braucht es ja immer Anlässe – 2004 war Anlass genug. Es kann uns allen nicht egal sein, was im Gesundheitswesen passiert.
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