Bremen - Die Bremer Bürgerschaftsabgeordnete Sascha Karolin Aulepp (45) soll nach dem Willen der Bremer SPD-Mitglieder neue Vorsitzende des Landesverbandes ihre Partei werden. Bei einer Mitgliederbefragung entfielen auf die Juristin rund 65 Prozent der gültigen Stimmen. Für Unruhe sorgte am Sonnabend der frühere Chef der Vulkan-Werft, Friedrich Hennemann. Er kündigte an, er wolle beim SPD-Landesparteitag am 30. April ebenfalls für das Amt des Vorsitzenden kandidieren.
SPD-Landesgeschäftsführer Roland Pahl entzog Hennemann auf einer Pressekonferenz das Wort. Der 79-Jährige Hennemann hatte zuvor Aulepp gratuliert, zugleich aber betont, dass erst beim Landesparteitag die Entscheidung über die Position des Landesvorsitzenden falle.
Pahl bezeichnete Aulepp als „designierte Landesvorsitzende“ der Bremer SPD. „Formal muss dieses auf einem Landesparteitag, der am 30. April stattfindet, noch einmal bestätigt werden“, betonte Pahl. Der Landesvorstand werde Aulepp nun für die Wahl vorschlagen. Von den etwa 4300 SPD-Mitgliedern hatten sich rund die Hälfte an der Befragung per Briefwahl beteiligt.
Aulepp betonte mit Blick auf den Schuldenberg von über 21 Milliarden Euro in Bremen, dass der Spielraum zwar klein sei. „Aber ich sage auch ganz deutlich: Es gibt Schlimmeres als einen hohen Schuldenstand. Und das ist, den jetzt in Bremen und Bremerhaven lebenden Menschen und auch den nachfolgenden Generationen eine soziale Infrastruktur zu hinterlassen, die kaputt gespart worden ist.“
Der bisherige Bremer SPD-Chef Dieter Reinken wird am 30. April nicht zur Wiederwahl antreten. Er hatte das Amt seit 2014 inne.
Sascha Karolin Aulepp sitzt erst seit Juli 2015 im Landtag in Bremen. Sie ist verheiratet, Mutter zweier Kinder (zehn und 18 Jahre) und lebt seit 25 Jahren in Bremen. Von 2005 bis 2008 war sie Referentin im Büro des damaligen Bürgermeisters Jens Böhrnsen (SPD). Ihre Tätigkeit als Richterin am Amtsgericht Bremen ruht für die Zeit der Mandatsausübung. Die Gewerkschafterin ist seit 2005 SPD-Mitglied und wirbt für eine „klar aufgestellte und streitbare“ Sozialdemokratie in Bremen und Bremerhaven.
