[SPITZMARKE][SPITZMARKE][SPITZMARKE][SPITZMARKE][SPITZMARKE][SPITZMARKE][SPITZMARKE] - BREMEN/GN - Etwa eine Million Menschen leidet in Deutschland an Demenzerkrankungen. Vor allem die pflegenden Angehörigen stehen dabei vor hohen Anforderungen. Sie sind meist psychisch und physisch durch die Begleiterscheinungen der Demenz sehr belastet. Informationen und Austausch mit Experten sowie anderen Betroffenen können entlastend wirken. Ab dem 6. April findet daher im Haus Obervieland (O‘land) eine Seminarreihe zum Thema statt.

Das Haus O‘land, erste Bremer Einrichtung speziell für Menschen mit Demenz, kooperiert dabei mit der Alzheimer-Gesellschaft Bremen und der Barmer Ersatzkasse. „Hilfe beim Helfen“ für pflegende Angehörige ist die siebenteilige Seminareihe überschrieben. Die Treffen finden jeweils mittwochs von 18 bis 20 Uhr im Seminarraum im Haus O‘land statt. Geleitet wird die Schulung von Axel Kelm, Leiter des Sozialtherapeutischen Dienstes im Zentrum für Psychiatrie, und Neuropsychologin Rischkau. Die Teilnahme ist kostenlos.

Wie wichtig ein solches Angebot für Angehörige ist, wissen die Heimleiter Sabine Greulich und Philipp Nat vom Haus O‘land aus zahlreichen Beratungsgesprächen. Gerade vor zwei Wochen haben sie den Lehrer Erich Nicolai eingeladen, mit seiner unter Demenz leidenden Ehefrau Ilse ins Haus O‘land zu ziehen. Nicolais Versuch, seine Frau stationär unterzubringen, ist andernorts schon einmal gescheitert. „Man hat mich damals nach drei Tagen angerufen und mir gesagt, man würde mit meiner Frau nicht fertig und ich solle sie wieder abholen.“ Seit acht Jahren leidet seine Frau an der Krankheit. Der Lehrer hat sich deswegen frühpensionieren lassen und pflegt sie seit 2001 zu Hause.

Häusliche Pflege ist nicht einfach, zumal die Erkrankten rund um die Uhr Aufmerksamkeit und Begleitung brauchen. „So banale Aufgaben wie Bekleidung kaufen werden zum zeitlichen Problem. Aber auch die Einladungen zum Doppelkopf mit den alten Freunden bleiben aus.“ Man ist schnell auf sich alleine gestellt. Im Haus O‘land kann Nicolai bei seiner Frau sein. Er kann nun versuchen, sich schrittweise aus der Betreuung zurückziehen. Erst stundenweise, dann mal über Nacht. Endgültig entschieden hat Nicolai sich aber noch nicht, ob er seine Frau dauerhaft stationär versorgen lässt.

Laut Heimleiter Nat ist der richtige Zeitpunkt für den Übergang entscheidend. Und dieser müsse von den Angehörigen mitgestaltet werden. Deswegen wird das Heim im Anschluss an die Schulungsreihe ab Juni ein dauerhaftes Beratungs- und Fortbildungsangebot für Angehörige etablieren (Infos: 0421/333258-0)