Bremen - Die Hollerallee wirkte wie eine Geisterstraße, die Bürgerweide war bis auf parkende Autos leer. Der Nordausgang des Bahnhofs Richtung Stadthalle – verwaist. Am Mittwochnachmittag blieb das öffentliche Leben für etwa zwei Stunden zwischen Stern-Kreisel und Stadthalle stehen. Grund: Ein Bombenfund. Der Aufwand im Vorfeld war groß, die Entschärfung dauerte nicht einmal 20 Minuten.

Polizeisprecher Dirk Siemering: „Ich habe selten eine Bombenentschärfung erlebt, bei der die Vorbereitungen so aufwendig waren und die dann so reibungslos über die Bühne ging.“ Bei Sondierungsarbeiten war am Vortag in der Nähe des Standesamtes an der Hollerallee in Schwachhausen eine Bombe – 250 Kilogramm schwer – aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden.

Der gelungenen Entschärfung gingen großangelegte Absperr- und Evakuierungsmaßnahmen voraus. Rund 150 Polizeibeamte sorgten dafür, dass der Verkehr am vielbefahrenen Kreisel Stern ruhte und sich kein Jogger oder Spaziergänger in den Bürgerpark zwischen Marcusbrunnen, Parkallee und Hollerallee verirrte. Busse und Straßenbahnen konnten den Bereich zeitweise ebenfalls nicht befahren.

Auch das Park Hotel und das Maritim-Hotel waren betroffen, allerdings weniger als zunächst befürchtet. Nach Besprechungen mit der Polizei, mit Sprengmeister Rippert, wurde auf die komplette Evakuierung des Park Hotels verzichtet. Das Maritim-Hotel mit seinen 261 Zimmern musste ab 14 Uhr größtenteils geräumt werden, nur die Verwaltung durfte im Haus bleiben. Da aber das angrenzende Congress Centrum nicht mehr zum Gefahrenbereich gehörte, durften sich Mitarbeiter und Gäste, insgesamt etwa 60 bis 100 Menschen, hier aufhalten, sagte Kay-Christian Dubbert von der Direktion.

Ferner mussten Büros und Wohnungen rund um die Fundstelle geräumt werden. Polizeisprecher Siemering: „Wir brauchten nicht einzugreifen, die Anwohner haben sich alle selbst rechtzeitig in Sicherheit gebracht.“ Die Schule Utbremen brauchte daher nicht mehr als Anlaufstelle herzuhalten.

Sprengmeister Rippert meisterte seinen Job um 15 Uhr dann umsichtig und schnell: Sehr schnell hatte er die Fliegerbombe entschärft. Den Zünder („er war wie neu“) holte er raus und sprengte ihn. Den Knall hielten Anwohner für das Startzeichen, in ihre Wohnungen zurückzukehren. Ab 15.30 Uhr herrschte wieder überall Trubel. Die Sperrungen wurden aufgehoben.