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NWZonline.de Region Bremen

Kulinarisches: Stint ist Trendessen geworden

08.03.2012

BREMEN Auf die Jagd nach dem Stint gehen in der Weser nur noch zwei Betriebe: Sie lassen ihre Kutter im Fluss ankern und legen an beiden Seiten der Boote ihre Netze in der Flussströmung aus. Dann warten sie: Auf die Stintschwärme, die aus der Nordsee kommen und flussaufwärts zu ihren Laichplätzen schwimmen. Auf dem Weg dorthin gehen die etwa handlangen Fische in die Netze.

Der zuständige Fischereidirektor, der Leiter des Staatlichen Fischereiamtes Bremerhaven, Thorsten Brandt, sieht die gute Ertragsbilanz in den nächsten Jahren in Gefahr. „Im Bereich Bremerhaven und Nordenham sind verschiedene Baumaßnahmen geplant. Hierdurch können in Zukunft ganz wichtige Fangplätze für die Stintfischerei wegfallen“, berichtet er. Denn Stinte sind Gewohnheitstiere, die in Sand oder Kies laichen. Wenn das Flussbett zum Beispiel durch Ausbaggern verändert wird, wechseln sie das Laichgebiet.

Die Fangmengen in den Unterläufen der Ems, Weser und Elbe schwanken im saisonalen Vergleich. „In den letzten fünf Jahren wurden zwischen 51 bis 117 Tonnen angelandet. Der derzeit gemeldeten Fänge der Weserfischer lassen für 2012 auf eine normale Stintsaison schließen“, sagt Brandt.

Uwe Koch-Bodes kauft als Großhändler von den beiden Bremer Fischern die Stinte fangfrisch. „Wir stehen sowohl mit den Fischern als auch mit den Restaurants rund um die Uhr im ständigen Kontakt. Bestenfalls haben die Köche eine halbe Stunde nach dem Anlanden die Stinte in ihrer Küche.“ Sein Großhandelsunternehmen in der Spezialitätenhalle am Waller Freihafen liefert die nach frischer Gurke riechenden Fische auch an Kunden in Hamburg und Dänemark.

Der Stint hat sich nach seiner Auffassung in den vergangenen 20 Jahren vom Arme-Leute-Fisch zum Trendfisch entwickelt. „Der Spitzenpreis lag im letzten Jahr bei acht Euro, vor zwei Jahrzehnten noch undenkbar.“ Im Restaurant „Haake Beck Ausspann“ im Schnoorviertel in Bremen stehen Stinte in Roggenmehl gebraten seit Wochen auf der Speisekarte. Serviert werden sie mit hausgemachtem Kartoffelsalat oder mit Salzkartoffeln. Koch Jens Wieger hegt keine Zweifel: „Frischer Stint, ob gebraten, geräuchert oder sauer eingelegt, ist ein Klassiker in Bremen.“

Der Trendfisch hat in der Altstadt von Bremen bereits vor Jahrhunderten seine Spuren mit den Bezeichnungen Große und Kleine Stintbrücke hinterlassen, weil damals die Fischerboote mit den Stintfang die Balge hinaufkamen und anlegten. 1837 wurde der Nebenarm der Weser zugeschüttet und die Namen von insgesamt acht Brücken verschwanden in den historischen Straßennamenlexika.

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