Bremen - Von der Aalsuppe bis zum Steckrübeneintopf, von der Graupensuppe bis zum Kükenragout, vom Weingelee bis zur Schneemustorte – Bremens Küche ist reich an traditionellen Gerichten, für die es früher in beinahe jeder Familie, die etwas auf sich hielt, die entsprechenden Geheimrezepte gab. Heute gibt es oft nur noch Erinnerungen daran, wie gut das früher geschmeckt hat – in Zeiten, als noch niemand Worte wie „vegan“ und „glutenfrei“ in den Mund genommen hat.

Jetzt werden die Rezepte der Bremer Großeltern-Generation in die Gegenwart zurückgeholt – mit einem neuen Kochbuch: Der Bremer Schünemann-Verlag bringt am Mittwoch, 1. März, den 128-Seiten-Band „Knipp, Kohl und Klaben – Bremer Kult-Rezepte“ heraus. Das Buch kostet 16,90 Euro und ist sowohl etwas für Liebhaber als auch für (Hobby-) Köche.

Es ist Koch- und Lesebuch zugleich. Corinna Fritsch hat die Rezepte mit kurzen Erläuterungen – mal informativ, mal anekdotisch, mal beides – versehen. Die Rezepte werden auch nicht in ausschweifender Breite erläutert, so dass nicht der Eindruck aufkommt, man muss erst ein Seminar belegen, bevor man – sagen wir mal – Braunkohl oder Birnen, Bohnen und Speck zubereiten kann.

Der besondere Fokus aber liegt auf der Optik. Nicht ohne Grund heißt es ja: „Das Auge isst mit.“ Die Illustratorin Julia Beutling schafft das Kunststück, diese Sammlung klassischer Bremer Rezepte und Küchen-Kniffe gleichermaßen traditionsverbunden und zeitgemäß aussehen zu lassen. Sie verbindet nostalgischen Retro-Schick mit farbstarken Darstellungen, die Emotionen transportieren – und tüchtig Appetit auf das Beschriebene machen. So manchem Leser dürften allein beim Betrachten die Küchendüfte der Kinderzeit wieder in die Nase steigen.