Bremen - Fast 16 Stunden lang waren etwa 600 Haushalte in Alt-Osterholz ohne Strom – von Sonntagabend, 20.30 Uhr, bis Montagmittag, 12.16 Uhr. Dann meldete der Bremer Versorger SWB: „In allen Haushalten fließt der Strom wieder.“
Grund für den Blackout in einem Gebiet zwischen der Osterholzer Heerstraße und der Züricher Straße war der Ausfall der für diesen Bereich beiden Mittelspannungskabel (zehn Kilovolt) „Thorsten“ und „Edith“, sagte SWB-Sprecher Christoph Brinkmann. Und weiter: „Es kam erschwerend hinzu, dass sich diese beiden Kabel im Falle eines Ausfalls eigentlich gegenseitig vertreten sollen.“ Somit musste zunächst das Kabel „Edith“ an der Osterholzer Landstraße repariert werden, bevor der Stadtteil wieder versorgt werden konnte. Ursache für den Ausfall war laut Brinkmann eine defekte Muffe im Erdreich und bei „Edith“ ein Kurzschluss an der Muffe.
Die Reparatur von Kabel „Thorsten“ wird voraussichtlich noch bis Dienstagvormittag andauern, hieß es weiter. Solange trägt Kabel „Edith“ die volle Last.
Der Stromausfall in Alt-Osterholz war nicht der einzige seit Sonntag, aber der längste. Die Pannenserie begann um 19.10 Uhr, als ein Kurzschluss im Gröpelinger Erdreich das Mittelspannungskabel „Hedda“ aus dem Spiel schoss: 500 Haushalte blieben fortan 69 Minuten lang ohne Strom.
Um 22 Uhr erwischte es die Mittelspannungskabel „Leonie“ und „Maria“ nach einem Kurzschluss im Erdreich direkt am Umspannwerk Horn. Die Folge: 700 Haushalte blieben knapp zwei Stunden ohne Strom.
Erst vor einer Woche meldete die SWB einen mehrstufigen Stromausfall in der Neustadt, weil es nach einem Trafoausfall bei den vier Mittelspannungskabeln „Bückeburg“, „Kilian“, „Agnes“ und „Claudia“ hakte. Rund 900 Haushalte, Gewerbebetriebe und Ampelanlagen waren zweieinhalb Stunden ohne Strom.
Das alles weckt Erinnerungen an den Blackout beim Saisonauftaktspiel der Bundesliga-Saison 2004/05 am 6. August 2004 zwischen Werder und Schalke. Eine Starkstrommuffe brannte durch und „zerlegte“ das Hochspannungskabel „Carola“. Das Spiel wurde mit 65 Minuten Verspätung angepfiffen. Und um 23.15 Uhr erzielte Nelson Valdez mit dem Siegtreffer zum 1:0 für die Grün-Weißen das bislang späteste Tor der Liga-Geschichte.
Laut Statistik gibt es bei heißem Wetter signifikant mehr Stromstörungen als bei kühlem Wetter, sagt Brinkmann. „Die genauen Gründe kennt aber niemand.“
