Bremen - Bewohner, Künstler, Kaufleute, Wirte und Kirche laden am Wochenende, 30. und 31. August, ein, ihr historisches Viertel beim Familientag „Flug über den Schnoor“ zu erkunden. Dabei geht es mit der Gondel bis in 40 Meter Höhe.
Unter anderem lassen die Organisatoren einen 36 Tonnen schweren Kran auffahren. Er befördert eine Gondel in luftige Höhe. „Von hier aus genießt man einen einmaligen Blick über die Stadt“, sagt Koordinator Stefan Bader, Mitglied im Bremer Schnoor-Netzwerk.
Mit dem dritten Familientag wollen die Organisatoren „unser Viertel wieder stärker in das Gedächtnis der Bremer und der Menschen drumherum rufen“. Das sei nämlich ein wenig in Vergessenheit geraten.
„Der Schnoor ist nicht nur touristisch wichtig“, sagt beispielsweise Ursula Stümper, die seit 40 Jahren im Schnoor lebt und in einem Laden Kunst aus Afrika und Asien verkauft. „Wir brauchen auch die Bremer.“
Der Schnoor wolle sich mit seiner individuellen Art präsentieren und ein attraktiver Stadtteil für viele Belange sein, heißt es. Denn im ältesten Viertel Bremens sind nicht nur Kunstgewerbe, Manufakturen, Gastronomie und Souvenirläden beheimatet, sondern unter anderem auch ein Friseur, Bekleidungsläden, evangelische Diakonie, katholische Kirche und ein Hundesalon.
Knapp 80 Unternehmen sind laut Bader im Schnoor ansässig.
Zurück zum Familienfest: Am Sonnabend öffnen die teilnehmenden Unternehmen, Galerien und Restaurants von 12 bis 24 Uhr ihre Türen und laden Besucher ein, das Quartier zu entdecken. Höhepunkt ist ein rund vierminütiger „Flug“ in einer Gondel hoch über den Dächern der Stadt. „Wir haben auch eine Nachtfluggenehmigung“, sagt Bader. Fahrten sind deshalb sogar bei Dunkelheit bis Mitternacht möglich.
Am Sonntag ist der Tag von 12 bis 18 Uhr vor allem den Kindern gewidmet. Organisiert hat das Netzwerk Aktionen wie Kinder-Pantomime zum Mitmachen, Gesellschaftsspiele für große und kleine Besucher, eine Klangmassage, Entenangeln sowie einen Luftballon-Weitflug. Flaneure des Bremer Geschichtenhauses im Schnoor animieren die Gäste zum Mitmachen, und an beiden Tagen verteilt das Schnoor-Designhaus schwedische Süßigkeiten.
Der Bremer Musiker und Regisseur Marco Nola, ehemaliger Student der Hochschule für Künste und bekannt als Komponist von Film- und Orchestermusik, ist ebenfalls mit dabei.
Eine Fahrt in der Gondel kostet für Kinder drei, für Erwachsene fünf Euro. Am Sonnabend ab 20 Uhr zahlen Erwachsene einen Euro mehr. Paare, die die Gondel in Zweisamkeit genießen wollen, zahlen etwa 30 Euro pro Fahrt.
Am Sonntag erhalten die ersten zehn Kinder, die sich ab 12 Uhr an der Gondel melden und an diesem Tag Geburtstag haben, einen Freiflug. Ein Kinderausweis sollte mitgebracht werden, heißt es.
