Bremen - Die Bremer Staatsanwaltschaft rechnet damit, dass sie bei der Prüfung der umstrittenen Predigt von Pastor Olaf Latzel demnächst zu einem Ergebnis kommt. Das könne „noch in diesem Monat“ der Fall sein, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Silke Noltensmeier, am Freitag.

Die Behörde untersucht, ob Latzels Kanzelrede den Anfangsverdacht einer Straftat wie Volksverhetzung oder Beschimpfung einer Religionsgemeinschaft erfüllt.

In einer Predigt unter dem Titel „An Gideon die Reinigung von den fremden Göttern lernen“ hatte der streng konservative evangelische Pastor vor drei Monaten Buddhisten, Muslime und Katholiken beleidigt.

Das islamische Zuckerfest bezeichnete er in der Innenstadtkirche St. Martini als „Blödsinn“, Buddha als „dicken, fetten Herrn“ und die Lehre in der katholischen Kirche als „ganz großen Mist“.

Für die Beleidigungen hatte er sich zwischenzeitlich entschuldigt. Ansonsten steht er bis heute hinter seiner Predigt, in der er sich seinen Worten zufolge gegen Religionsvermischung wendet.

Trotz der beleidigenden Formulierungen glaubt der evangelische Theologieprofessor und Soziologe Thomas Schirrmacher nicht, dass die Staatsanwaltschaft fündig wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Behörde eine Ermittlung wegen Volksverhetzung einleite, „geht gegen Null“, sagte er am Donnerstagabend bei einem theologischen Forum in Bremen. Allerdings erschwere Latzels Predigt das Gespräch zwischen den Religionen.