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NWZonline.de Region Bremen

Rücksichtlose Raserei In Bremen: Unbeteiligte Frau stirbt bei illegalem Autorennen

20.07.2015

Bremen Bei einem illegalen Autorennen in Bremen ist eine unbeteiligte 52 Jahre alte Frau ums Leben gekommen. Die beiden Unfallverursacher flüchteten unerkannt. Nach Augenzeugenberichten musste die Frau mit ihrem Auto zwei Wagen ausweichen, die sich in der Nacht zum Sonntag ein illegales Wettrennen lieferten und ihr mit 90 Stundenkilometern innerorts entgegen rasten. Die Frau fuhr dabei gegen einen Baum.

Erst vor kurzem war in Köln ein Radfahrer Opfer eines solchen Rennens geworden. Der Wagen eines Rennteilnehmers überschlug sich und traf den Radler mit voller Wucht, so dass er starb. Zuvor hatte es in diesem Jahr in Köln bereits zwei andere tödliche Unfälle gegeben, die vermutlich auf illegale Autorennen zurückzuführen sind.

In Bremen war die getötete 52-Jährige mit einem 51-jährigen Mann im Auto unterwegs, als ihr plötzlich innerorts zwei Wagen entgegenkamen, die sich gegenseitig mit stark überhöhter Geschwindigkeit überholten und längere Zeit unbeirrt nebeneinander her rasten. „Ein Anwohner hat das vom Balkon aus beobachtet“, sagte Polizeisprecherin Franka Haedke.

Dabei nutzten die beiden Fahrzeuge auch die Fahrbahn der Frau. Um einen Frontalzusammenstoß zu verhindern, wich die 52-Jährige aus. So kam sie von der Straße ab, fuhr gegen einen Baum und dann gegen den Betonmast einer Straßenlaterne. Die Frau starb noch an der Unfallstelle, ihr Beifahrer wurde leicht verletzt.

Nach dem tödlichen Unfall gingen bei der Polizei in Bremen bis Sonntagnachmittag mehrere Dutzend Hinweise ein. Darunter seien auch sehr konkrete Tipps zu bestimmten Autos gewesen, die nun nach und nach untersucht werden, sagte ein Polizeisprecher. Ermittelt wird wegen fahrlässiger Tötung und Unfallflucht. An der Unfallstelle waren 50 Kilometer pro Stunde erlaubt, die beiden Autos sollen jedoch mit mindestens 90 km/h unterwegs gewesen.

Polizeisprecherin Haedke sagte, der Unfallort sei bisher nicht für illegale Autorennen bekannt. Nach Angaben des TÜV Rheinland gibt es das Phänomen solcher illegaler Rennen bundesweit in vielen Städten. Manchmal würden dabei hohe Geldpreise ausgesetzt, wie Karl-Friedrich Voss, der Vorsitzender des Bundesverbandes Niedergelassener Verkehrspsychologen nach dem Unfall von Köln in der vergangenen Woche geschildert hatte. Beteiligte seien meist junge Männer zwischen 18 und 25 Jahren. „Leute, die ihr Selbstbewusstsein sehr stark mit dem Auto verknüpfen.“

Auch in Salzgitter kam es in der Nacht zum Sonntag zu einem illegalen Autorennen im Stadtteil Lebenstedt. Die Polizei leitete dort gegen zwei junge Männer Verfahren ein, die sich mit weiteren Beteiligten ein nicht genehmigtes Rennen im normalen Straßenverkehr geliefert hatten. Die beiden Männer erwarten hohe Geldbußen und möglicherweise Fahrverbote.

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