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Stadtplanung Visionen für neues Wohnen in Bremen

Jörg Esser

Bremen - Ein neues Stadtviertel wird geplant. Auf einer Fläche von 14 Hektar. Eine neue Welt mitten in Bremen. Es ist ein riesiges Projekt. Auf dem heutigen Gelände des Klinikums Mitte sollen neben dem Krankenhausneubau 800 bis 1200 neue Wohneinheiten entstehen.

„Neues Hulsberg-Viertel“ – so lautet der Arbeitstitel. Die Pläne werden immer konkreter. Nur muss das Gelände, auf dem das neue urbane Quartier wachsen soll, zunächst einmal freigeräumt werden. Und die Bagger rollen erst an, wenn der Klinikneubau fertiggestellt ist. Im Jahr 2016 womöglich, sagt Florian Kommer, Geschäftsführer der Grundstücksentwicklungsgesellschaft (GEG) Klinikum Bremen-Mitte.

Neubau schafft Platz

Der sogenannte Teilersatzneubau schafft Platz auf dem Klinikgelände. Ein kompakter 750-Betten-Neubau für fast alle medizinischen Leistungsbereiche mit einem daran angeschlossenen eigenständigen Eltern-Kind-Zentrum ersetzt diverse in Pavillonstruktur auf dem Areal stehende Kliniken und Gebäude. Der Neubau wird an zwei Bestandsgebäude angebunden, in denen zukünftig die Verwaltung untergebracht wird. Der Neubau benötigt nur noch fünf der 19 Hektar Gesamtfläche. Im Mai 2011 gab’s den ersten Spatenstich, im September 2013 wurde Richtfest für ein fünfstöckiges Gebäude gefeiert, das sich direkt hinter der denkmalgeschützten Klinik für Innere Medizin an der St.-Jürgen-Straße befindet. So weit, so gut. Das Kostenvolumen für den Neubau wird auf rund 270 Millionen Euro beziffert.

Zurück in die Zukunft: Die GEG „erbt“ ein 14-Hektar-Areal mit 30 Immobilien, darunter zwei Bunker. Die alte HNO-Klinik und die Augenklinik stehen unter Denkmalschutz, auch die Gebäude, in denen Pathologie, Dermatologie und MTA-Schule beheimatet sind, haben laut Kommer „identitätsstiftenden Wert“. Soll heißen: Sie und einige weitere Gebäude werden stehenbleiben. Bleiben gut zehn Gebäude, die abgerissen werden sollen, darunter auch das Bettenhochhaus und beide Bunker. Anschließend werden die Baufelder ausgeschrieben. „Wir verkaufen Gebäude und ,weißen Sand‘“, sagt Kommer. „Und müssen für Straßen, Kanäle, technische Leitungen und Wärme sorgen.“ Das kostet. 20 Millionen Euro werden für die Projektkosten veranschlagt. Die muss die Stadt aufbringen. Und auf denen wird sie auch sitzen bleiben. Alle 30 Gebäude gehören derweil dem Klinikum. Sie haben einen Buchwert von etwa 54 Millionen Euro. Schon diese Summe lässt sich durch den Grundstücksverkauf nur im optimalen Fall erwirtschaften, sagt ein Gutachten aus dem Jahr 2009. „Das ist eine echte Herausforderung“, so Kommer, „aber wir spielen mit offenen Zahlen.“

„Grüne Mitte“

Es gibt Visionen. Und seit Beginn des Projekts sind die Bürger an der Entwicklung des neuen Quartiers beteiligt. Aus den Bürgerforen resultierte ein Architektenwettbewerb, den das Büro von Carsten Lorenzen aus Kopenhagen gewann. Der Entwurf liegt vor. Und ist in Details bereits modifiziert worden. Nur die „grüne Mitte“, um die sich das neue Quartier entwickeln soll, sei „sakrosankt“, sagt Kommer. Sie gilt als wertsteigernd. Ein großes Parkhaus wird es geben – an der Grenze zwischen Klinikareal und Wohnquartier. „Eine städtebauliche Dominante mit 750 Stellplätzen vor allem für das Klinikpersonal zeichnet sich ab“, fährt der GEG-Geschäftsführer fort. „Das wird in den nächsten Bürgerforen eine harte Nuss werden.“

Ansonsten soll das neue Viertel autoarm bleiben. Ein Mischgebiet soll das Quartier werden, auch das steht fest – 100 000 Quadratmeter Wohngebiet plus 40 000 Quadratmeter für Gastronomie, Handel und Handwerk. „Da sind richtig viele Themen an Bord“, sagt Kommer. Und es gibt Stoff für Jahre. Geht alles glatt, „wird die neue Welt 2022 bis 2025 fertig sein“.

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