Bremen - Zwischennutzungen von leerstehenden Immobilien geben jungen, kreativen Menschen die Möglichkeit, sich auszuprobieren sowie eigene Ideen und Konzepte zu verwirklichen. Manchmal – so der Fall bei Christian Leon – kann das sogar eine große Chance für eine erfolgreiche berufliche Zukunft sein.

Leon führt im Lloydhof, in einem ehemaligen Geschäft für Männerdessous, seit gut einem Jahr das „Noon“, eine Mischung aus Café und Veranstaltungsort. Sofas, Tische und Stühle sowie Paletten und Kaffeesäcke, die als Sitzgelegenheit dienen, schmücken den Raum.

Leon steht hinter dem Tresen, bereitet vegetarische Burger zu, während auf dem Herd ein großer Topf Suppe köchelt. Der 31-Jährige hat an der Bremer Hochschule für Künste (HfK) vor fünf Jahren seinen Abschluss als Designer gemacht und ist seitdem selbstständig. 2012 kam ihm dann die Idee, ein Café zu eröffnen.

„Ich wollte einen besonderen Ort des Austauschs schaffen“, erklärt er. Mit Hilfe der Zwischenzeit-Zentrale (ZZZ) konnte er seine Pläne in die Tat umsetzen. Hinter der ZZZ stecken die beiden Architekten Oliver Hasemann und Daniel Schnier, die seit 2010 an Menschen mit besonderen Ideen für eine begrenzte Zeit leerstehende Gebäude vermitteln. So ein Fall ist der Lloydhof, der demnächst abgerissen wird, um Platz für ein neues Einkaufszentrum zu schaffen.

„Diese Zwischennutzung hat mir Zeit und Raum zum Experimentieren gegeben, sonst hätte ich mich nicht getraut, mein Café-Projekt umzusetzen“, sagt der 31-Jährige. Nun ist sogar das Theater Bremen auf das „Noon“ aufmerksam geworden und hat Leon angeboten, mit dem Café dauerhaft in das Foyer des Kleinen Hauses zu ziehen. „Am 13. September wird dort die Eröffnung sein“, so Leon. „Ich freue mich auf das Theater. Sowohl die Lage als auch die Räumlichkeiten sind wie für das ,Noon‘ gemacht.“