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NWZonline.de Region Bremen

Vom Volksempfänger bis Radio Bremen

04.04.2017

Bremen Eine Überraschung aus der Zeit der frühen Rundfunktechnik: Kopfhörer, die ganz ohne Strom funktionieren. Darin arbeiten Detektorkristalle, angetrieben von Stahlnadeln und wirken wie Halbleiter. Damit sind Rundfunkwellen zu empfangen, das Tonsignal wird herausgefiltert. „Wenn man dicht am Sender von Radio Bremen stand, musste man nur etwas Spucke auf eine Amalgam-Plombe geben. Dann hatte man Radio im Kopf“, sagt Jürgen Mathes, Vorsitzender des Bremer Rundfunkmuseums.

1978 gegründet, zeigt dieses mittlerweile die komplette Bandbreite der Rundfunktechnik von 1923 bis zur Gegenwart und ist mit mehr als 700 Exponaten das größte Rundfunkmuseum Deutschlands. „Wir zeigen jetzt auch die historische Entwicklung der Rundfunktechnik und deren Ursachen“, sagt Mathes.

Dunkle Geschichte: Der „Volksempfänger“ aus der NS-Zeit, auch „Goebbels-Schnauze“ genannt, steht unter Radio-Geräten seiner Zeit. „Er konnte nur deutsche Sender empfangen, alle anderen Sender waren aber auch bei Zuchthaus-Strafe verboten“, sagt Mathes. Das Museum verfügt über einen eigenen Mittelwellensender, um die vielen historischen Radios aus den Zeiten vor Einführung der Ultrakurzwellen-Technik (UKW) vorzuführen.

Ein Juwel der Ausstellung ist die Sammlung zu den „Comedian Harmonists“, die – in den 40ern von den Nazis vertrieben – im New Yorker Exil berühmte Aufnahmen produzierten. Das Museum hat viele Aufnahmen des berühmten Ensembles sowie spätere Mitschnitte von Harry Frommermann. Zwei Bandmaschinen aus seinem Besitz und ein Mischpult sind ebenfalls ausgestellt.

Privatkunden mussten nach dem Krieg viel Geld für Rundfunktechnik zahlen. Ein Radio kostete ein Jahresgehalt. Musiktruhen waren so teuer wie Kleinwagen. Der Besucher trifft auf Tonformate, die heute keiner mehr kennt: den Schalldraht oder auch das „Tefifon“. Dieses tastet eine Rille auf einem Kunststoffband ab. Die zugehörigen Kassetten lieferten in den frühen 60ern schon zwei bis vier Stunden Ton.

Auch die Geschichte des Fernsehens ist anhand vieler Exponate nachzuvollziehen. Mehrere Geräte sind von 1952, als mit der Hochzeit von Queen Elisabeth II. die Geschichte der Fernsehübertragung begann.

Das Rundfunkmuseum, Findorffstraße 22-24, hat dienstags bis sonntags von 10 bis 15 Uhr geöffnet. Sonderführungen sind möglich.


     www.bremer-rundfunkmuseum.de 
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