[VORSPANN] - BREMEN/AB - „Bürgermeister werden wollen viele, aber Jens und ich halten alle davon ab, weil wir gut sind“, sagte Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister Berlins, der nach Bremen gekommen war, um Bürgermeister Jens Böhrnsen und seinen SPD-Kollegen beim Wahlkampfauftakt zu unterstützen. Die beiden demonstrierten dicke Freundschaft und Selbstbewusstsein – jeder auf seine Art. Böhrnsens Popularität ist inzwischen so weit gestiegen, dass er beim Schlendern an der Schlachte von Touristen und beim Gang durchs Schnoorviertel erkannt und freundlich begrüßt wird.
Wobei Wowereit sich nicht so sehr von dieser Tatsache, sondern von der Masse der Touristen beeindruckt zeigte. Ja, der Berliner Politiker mit den Entertainerqualitäten fragte sich und sein Publikum am Sonnabend beim Wahlkampfauftakt im World Trade Center, wo denn wohl die ganze Touristenschar herkomme, die in Berlin flaniere. Im Pressegespräch zuvor zeigte Böhrnsen sein hanseatisch gediegenes Selbstbewusstsein, indem auf die Frage nach Angst vor dem Bundestrend ganz ruhig mit wenigen Worten auseinandersetzte, dass er durchaus Einflussmöglichkeiten auf den Bundestrend sehe und diese zu nutzen gedenke. Immerhin spiele die Bremer SPD auf Sieg, erklärte Bundestagsabgeordneter Uwe Beckmeyer. Gemeint sei damit eine Vier als erste Stelle des zweistelligen Wahlergebnisses, so Wowereit. Von der Bürgerschaftswahl erhofft er sich Signalwirkung für den Bundestrend und das kommende Jahr der Landtagswahlen, sagte der Berliner Politiker.
In einer großen Koalition zu regieren, sich dabei stark zu profilieren, um dann ein sehr gutes Wahlergebnis zu erzielen – so skizzierte der Berliner Bürgermeister den Weg seines Bremer Amtskollegen. Bei der abendlichen Wahlveranstaltung in dem in rotes Licht getauchten Raum bewies Wowereit den rund 300 lauschenden Anhängern sein Unterhaltungsgeschick mit kleinen Seitenhieben auf den Stadtstaat Hamburg und witzigen Bemerkungen. Wie etwa die über Vicky Leandros, die zwei deutschen CDU-Politikern, die ihr eine Aufgabe anboten, einen Korb gab, nun aber als Kulturstadträtin von Piräus Wowereit einen Besuch abstattete.
Das habe ihm geschmeichelt, aber Leandros gefalle ihm als Sängerin besser, sagte Wowereit und bekam reichlich Applaus.
