Bremen - Nach einem Großeinsatz am Freitag hat die Bremer Polizei auch am Sonnabend wieder Dutzende Rocker im Zentrum der Hansestadt festgenommen. Wie die Beamten am frühen Sonntagmorgen mitteilten, kamen 79 Rocker in Polizeigewahrsam.

Die meisten gehörten dem verbotenen Club „Mongols“ an, sagte ein Polizeisprecher. Rund 100 Polizisten waren seit den frühen Abendstunden im Einsatz, stellten Messer und Schlagstöcke sicher. Widerstand leisteten die Rocker nicht. Die Polizei wollte verhindern, dass es nach einer Schlägerei zweier verfeindeter Clubs am Freitagabend am Sonnabend erneut zu Gewalt in der Innenstadt kommt.

Rund 40 Mitglieder zweier rivalisierender Rockergruppen hatten sich bereits in der Nacht zu Sonnabend in der Bremer Innenstadt eine heftige Schlägerei geliefert. Ein 41-Jähriger aus Delmenhorst war bei der Auseinandersetzung der „Hell“s Angels“ und „Mongols“ durch sechs Messerstiche lebensgefährlich verletzt worden. Nach einer Notoperation sei er außer Lebensgefahr.

25 Tatverdächtige wurden vorläufig festgenommen und erhielten Stadt- beziehungsweise Platzverbote. „Die Polizei hat sich darauf eingestellt, dass es noch Racheakte geben könnte“, sagte ein Polizeisprecher nach einer Pressekonferenz am Sonnabend. Der Hintergrund der Schlägerei sei noch unbekannt.

Zwei Zivilstreifen hatten am Freitagabend unabhängig voneinander zwei verdächtige Gruppen beobachtet und waren so schnell am Tatort. Als die herbeigerufene Verstärkung eingriff, wurden die Beamten unter anderem mit Bengalische Feuerfackeln angegriffen und mussten zwei Warnschüsse abgeben, berichtete der Polizeisprecher. Insgesamt waren rund 150 Polizeibeamte im Einsatz. Die Polizei stellte bei den Rockern Hieb- und Stichwaffen sowie andere Waffen sicher.

Ohne den schnellen Einsatz der Polizei wäre der 41-Jährige vermutlich ums Leben gekommen, lobte Senator Ulrich Mäurer (SPD) die Beamten. Die CDU fordert derweil ein länderübergreifendes Vorgehen von Polizei und Staatsanwaltschaften. Dazu gehöre eine gesetzliche Grundlage zur Speicherung von Verbindungsdaten.

Die beiden Gruppen hatten sich auch in der Vergangenheit immer wieder bekämpft. Die „Mongols“ wurden daraufhin in Bremen schon vor zwei Jahren verboten, die „Hells Angels“ hatten sich angeblich selbst aufgelöst.