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NWZonline.de Region Bremen

Feierstunde: „Wir leben sie, wir machen Integration“

29.08.2011

BREMEN Wir leben sie, wir machen Integration.“ Das sagte Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Am Sonntag war er in Bremen – zur Feierstunde anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Bremer Synagoge.

In einer Prozession trug Graumann zunächst mit dem aus Israel angereistem Oberrabiner Shlomo Amar, dem Bremer Rabbiner Netanel Teitelbaum und Gemeindemitgliedern eine neue Thorarolle in das Gotteshaus und legten sie in einen Schrein. Die hebräische Bibel ist das Herzstück der Bremer Synagoge.

An die Mitglieder der jüdischen Gemeinde appellierte Graumann bei seiner Rede zur Feierstunde, ihre Identität neu zu definieren und sich nicht in einer Opferrolle zu verstecken. „Wir müssen zeigen, Judentum ist eben nicht immer nur trübselig und traurig, nicht fortwährend meckernd und miesepetrig, sondern durchaus fröhlich, heiter, optimistisch.“ Nie hätten Juden in Deutschland in ihrer fast 1700 Jahre alten Geschichte hier so frei und sicher leben können wie heute. Dies sollten alle als Chance begreifen, sich in der Gesellschaft zu engagieren.

Graumann bezeichnete die vergangenen 20 Jahre der Juden in Deutschland als „revolutionären Umbruch“ und trotz einiger Konflikte als „Erfolgsstory“. Mehr als 90 Prozent der Gemeinden bestünden inzwischen aus Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion. Auch die Bremer Gemeinde ist durch den Zuzug aus dem Osten gewachsen – auf derzeit gut 1000 Mitglieder. „Ohne diesen Zuzug wären wir heute eine Liquidationsgemeinschaft. Nun haben wir wieder eine vitale Basis“, sagte Graumann.

An der Feierstunde in der Synagoge an der Schwachhauser Heerstraße nahmen auch Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) sowie Bürgerschaftspräsident Christian Weber (SPD) und Hans Koschnick teil. Der SPD-Politiker und frühere Bremer Bürgermeister war schon bei der Grundsteinlegung der Synagoge dabei. Im August 1961 wurde sie eingeweiht. Der Sakralbau hat Platz für 120 Gläubige. Die Baukosten von 1,3 Millionen Mark bezahlte der Senat aus einem Fonds für Wiedergutmachung.

Am Rande der Feierstunde forderte Graumann ein Verbot der rechtsextremen NPD und verwies dabei auf die provozierende Wahlwerbung in Berlin. „Die NPD plakatiert dort mit dem Slogan: ,Gas geben’. Geschmackloser und widerlicher geht es kaum“, sagte Graumann. „Sie hängt diese Plakate bewusst in der Nähe des Holocaust-Mahnmals und des jüdischen Museums auf.“

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