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NWZonline.de Region Bremen

ENTLASSUNGEN: Wortbruch macht Arbeiter fassungslos

26.11.2009

BREMEN Die Wogen schlugen am Mittwoch hoch. Von Skandal, Wortbruch und Panik war beim angeschlagenenTransformatorenhersteller „Mdexx“ aus der Neustadt die Rede. Die Geschäftsführung hatte in der Nacht zu Mittwoch 198 Kündigungen verteilt. Gut zwölf Stunden später setzte das Arbeitsgericht der Aktion vorerst einen Riegel vor.

Nacht- und Nebelaktion

Beim Betriebsratsvorsitzenden Herbert Strosetzky stand das Telefon nicht mehr still. Das Unternehmen hatte 198 Kündigungen entgegen einer Absprache mit Betriebsrat und Gericht ausgesprochen. „Es herrscht pure Fassungslosigkeit“, sagte Strosetzky. „Die Stimmung ist auf dem Tiefpunkt.“

Solch eine Nacht- und Nebelaktion, die kenne man aus schlechten Filmen. Für die ehemalige Siemenstochter ist es Realität. Die Belegschaft kämpft seit Monaten um ihre Arbeitsplätze, die Arbeitgeberseite hatte bis zuletzt einen Vergleich abgelehnt – sich am Dienstag überraschenderweise auf Vorschlag des Arbeitsgerichtes doch für einen Vergleich ausgesprochen. Das Unternehmen hatte sich allerdings ein Widerspruchsrecht bis zum Mittwochmittag einberaumt, um erst die Zustimmung vom Schweizer Mehrheitsgesellschafter CGS einzuholen. Die Kündigungen wurden nur wenige Stunden später zugestellt.

Ein Vorgehen, dass auch das Arbeitsgericht fassungslos machte. In einer Eilentscheidung hieß es Mittwochmittag, dass die Kündigungen unrechtmäßig seien. Der Geschäftsleitung ist es verboten, bis zum 21. Januar 2010 jegliche betriebsbedingte Kündigungen auszusprechen.

Belegschaft will kämpfen

Dieser Beschluss erklärt die Kündigungen zwar für unwirksam, aber vom Tisch sind sie nicht. „So etwas wie hier habe ich noch nie erlebt“, sagt Herbert Strosetzky. So recht freuen kann er sich über die Zwangsmaßnahme, die Kündigungen zurücknehmen zu müssen nicht. „Es ist vollkommen offen, wie es weitergeht.“

Jetzt würden Überlegungen zur Kurzarbeit und Arbeitszeitverkürzung geprüft, heißt es. Dass Mitarbeiter gehen müssen, scheint indes unausweichlich. Künftig will das Unternehmen einen Teil seiner Produktion nach Tschechien verlagern. Peter Stutz von der IG Metall will dennoch für die Belegschaft weiterkämpfen: „Wir machen ab jetzt Warnstreiks und täglich Aktionen.“ Auch die Bremische Evangelische Kirche (BEK) sichert den betroffenen Mitarbeitern ihre Solidarität und Hilfe zu. Die Geschäftsführung war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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