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NWZonline.de Region Bremen

Wümme-Anwohner ziehen vor Gericht

28.08.2012

Bremen Seit über 100 Jahren wird die Weser immer weiter ausgebaut. War sie einst fünf Meter tief, sind es heute rund 15 Meter. Und dabei soll es nicht bleiben, denn die Schiffe werden immer größer. Doch die ständige Vertiefung wirkt sich auch auf die Nebengewässer aus. Zum Beispiel auf die Wümme. Im Blockland bildet sie die Grenze zwischen Bremen und Niedersachsen.

Seit ein paar Jahren bereitet der große Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser und die damit verbundene hohe Fließgeschwindigkeit, Anwohnern und Naturschützern extreme Schwierigkeiten. Anwohner und Landwirt Gerd Gartelmann beobachtet, wie sich die Wümme ständig verändert: „Da sind Bäume und Büsche, die am Ufer stehen, die fallen ins Wasser“, sagt er. Und so werde die Wümme immer breiter und verschlicke immer mehr.

Problematisch ist das aus Naturschutz-Sicht, weil wertvolle Lebensräume verloren gehen, sagt Martin Rode, Landesgeschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Der direkte Verlust der Schilfröhrichte und der Weidengebüsche schade, außerdem gäbe es weniger Vögel und Insekten. Statt einer lebendigen Tier- und Pflanzenwelt befinden sich an vielen Uferstellen inzwischen Steinschüttungen. Sie sichern den Deich und damit den Lebensraum der Menschen. Doch die Anwohner klagen über Risse in ihren Häusern. Und Gerd Gartelmann vermutet, dass vor allem die letzte Weservertiefung verantwortlich für die immer massiveren Veränderungen in der Wümme und damit auch für die Schäden an den Häusern ist. Denn seit rund fünf Jahren wird der Tidenhub, also der Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser, ständig größer. Damit erhöht sich die Fließgeschwindigkeit des Wassers. Vor zehn Jahren betrug der Tidenhub am Oberlauf der Wümme noch 1,20 Meter. Jetzt ist er bei 2,80 Meter. Und so kommt es zu einer täglichen Grundwassersenkung.

Die Anwohner haben gegen die weitere Ausbaggerung der Weser beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig Einspruch eingelegt. Der BUND hat gegen das Vorhaben geklagt: „Wir reden hier über sehr, sehr tiefgreifende Veränderungen in ziemlicher Ignoranz auch derjenigen Seite, die immer nur einen tieferen Fluss für nicht nachgewiesene wirtschaftliche Vorteile fordert. Das ist ein sehr groteskes Spiel, was da läuft. Und da werden wir uns mit aller Energie gegen wehren.“

Ende September gibt es beim Bundesverwaltungsgericht einen Erörterungstermin.

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