Bremen - Eine Entspannung in der aktuellen Flüchtlingssituation ist weiter nicht in Sicht. „Allein im Januar hat das Land Bremen 858 Menschen aufgenommen, fast dreimal so viele wie im Januar 2015“, sagte jetzt Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne).

Damals waren es 334 Asylbewerber. Daher war die Freude groß, dass nun vier Wochen früher als geplant eine neue Asylunterkunft bezugsfertig wird.

Die Unterkunft an der Kurfürstenallee in Schwachhausen bietet Platz für 110 Asylsuchende. Stahmann hat die Einrichtung jetzt an die Trägerin Arbeiterwohlfahrt (Awo) übergeben. „Wenn man vom Bereich Mitte absieht, ist es in den zentralen Stadtlagen besonders schwierig, leerstehende Immobilien zur Unterbringung von Flüchtlingen zu finden“, sagte sie. „Deshalb bin ich froh, dass wir jetzt auch in Schwachhausen wieder eine Adresse haben.“

Das Ende der Umbauarbeiten in dem ehemaligen Bürogebäude mit mehr als 1600 Quadratmetern Fläche war ursprünglich für Anfang April erwartet worden. Doch nun können die ersten Bewohner schon Anfang März einziehen. „Angesichts der Tatsache, dass wir derzeit immer noch 1200 Menschen in Zelten und viele weitere in Turnhallen unterbringen müssen, sind wir froh über jeden Tag, den die Flüchtlinge früher einziehen können“, sagte Stahmann. Das Gebäude mit insgesamt vier Stockwerken ist für einen Zeitraum von zehn Jahren angemietet. Wie in Übergangswohnheimen üblich, können Asylbewerber sich in ihrer Einrichtung selbst versorgen. Dazu sind auf jeder Etage Gemeinschaftsküchen eingerichtet. Zudem sind Gemeinschaftsräume sowie ein Spielzimmer für Kinder vorhanden.

Ortsamtsleiterin Karin Mathes sagte: „Ich möchte, dass wir diese Einrichtung genauso erfolgreich in die Nachbarschaft einbetten, wie uns das vor zwei Jahren in der Thomas-Mann-Straße gelungen ist.“ Unterdessen steigt die Zuwanderung weiter an. Bislang hat Bremen in diesem Jahr rund 1600 Asylbewerber aufgenommen. Das sind laut Sozialressort fast so viele, wie in den ersten fünf Monaten des vergangenen Jahres.