Bremerhaven - Seit Tagen schon riecht es am südlichen Museumshafen, direkt an der Columbusstraße, auffällig nach Holz. Es sind die Ausdünstungen des ehemaligen Großseglers „Seute Deern“. Melancholisch veranlagte Zuschauer, die dabei sein wollen, wenn Bremerhavens ehemaliges Wahrzeichen von einem Bagger in Stücke gerissen wird, flüstern einander zu: „Es sind die letzten Atemzüge des alten Schiffes.“
Diese Art der Betrachtungsweise ist den Männern auf der Baustelle völlig fremd. Sie erfüllen einen Auftrag. Und der lautet: Abbruch des hölzernen Frachtseglers, um den es in den vergangenen Jahren so viele Schlagzeilen gab. Immer wieder werden weiche, marode Planken aus dem Rumpf herausgerissen. Der ganze Schrott muss anschließend sortiert werden.
Mit diesen Arbeiten naht das Ende der „Seute Deern“. Bis zuletzt glaubten oder hofften viele Schiffsliebhaber, man könne das Schiff sanieren. Doch Fachleute sahen das von Beginn an ganz anders. Sie attestierten der „Deern“ einen Totalschaden.
Beschleunigt wurde der Verfall des einst schönen Schiffes, wie berichtet, durch einen nächtlichen Brand in der Küche des Bordrestaurants. Das Aus für den Großsegler kam, als die „Seute Deern“ wenige Monate später wegen ausgefallener Lenzpumpen auf den Grund des Hafenbeckens sackte. In einigen Jahren soll im Museumshafen der Nachbau eines Frachtseglers von einst liegen – die „Najade“.
