Bremerhaven - Bremerhaven trauert um die ehemalige Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Lückert. Als zweite Frau in der Geschichte der Seestadt füllte Lückert dieses wichtige Amt von 2015 bis 2019 aus. Danach kehrte sie als ehrenamtliche Dezernentin für Gesundheit und Senioren in den Magistrat zurück.
Die gelernte Pädagogin war nicht immer in der Politik tätig. Generationen von Schülern und Schülerinnen kennen sie wahrscheinlich noch als engagierte und durchsetzungsfähige Rektorin der Humboldtschule, eine große Unterrichtsstätte im Stadtteil Geestemünde. Dort übernahm die gebürtige Breslauerin den Chefsessel praktisch „über Nacht“, weil ihr Vorgänger schwer erkrankt war.
Auch mit Brigitte Lückert, die bereits 1971 in die SPD eintrat, meinte es das Leben gesundheitlich nicht immer gut. Aus ihrer Krebserkrankung vor einigen Jahren machte sie kein Geheimnis. Trotz dieser Belastung füllte sie das politische Spitzenamt der Stadtverordnetenvorsteherin mit Begeisterung und Elan aus.
Oberbürgermeister Melf Grantz erreichte die traurige Nachricht von Brigitte Lückerts Tod kurz nach der Magistratssitzung am Mittwoch. Grantz und Stadtverordnetenvorsteher Torsten von Haaren würdigten Brigitte Lückert als eine warmherzige, den Menschen zugewandte und geradlinige Politikerin, die Ehrlichkeit und Menschlichkeit auszeichnete. „Ihr Tod hinterlässt eine nicht zu schließende Lücke, unser Beileid gilt ihrem Mann und ihrer großen Familie“, bekräftigten Grantz und von Haaren.
Wie früher in der Schule, so verlor Brigitte Lückert auch in schwierigen politischen Situationen nie den Überblick. Sie konnte verständnisvoll und leise sein, aber auch laut und kernig, wenn es denn angebracht war. Bremerhaven verliert eine wichtige Frau.
